Architektur Forum Ostschweiz

Wertstoffe

Barbara Buser, Architektin, Basel /  Severin Lenel, Architekt, Umweltingenieur und Ökonom, St. Gallen / Moderation Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich

Mo 3. Mai 2021, 19.30 Uhr im Forum und im Livestream

Die Schweizerische Bauwirtschaft produziert zurzeit 17 Mio Tonnen Abfälle pro Jahr.

Die Deponien füllen sich rasant, und auch die zaghaften Versuche einzelner Abbruchunternehmer, Beton zu recyklieren, ändern nicht viel an der Menge der deponierten Inert Stoffe.

Auf der anderen Seite betreiben wir seit Jahrzehnten Raubbau an den natürlichen Materialvorkommen: So unwahrscheinlich es tönt, wird sogar Sand zur Mangelware.

Wenn wir aus diesen Einbahnstrassen rauskommen wollen, müssen wir die linearen Prozesse in Kreisläufe verwandeln. Und das wird nur gelingen, wenn alle an der Bauwirtschaft beteiligten, von den Bauherrschaften über die Banken, die Architekt:innen, die Unternehmer:innen gemeinsam versuchen, die Kreisläufe zu schliessen.

Und zwar jetzt!

Die schweizerische Bauwirtschaft produziert zurzeit 17 Mio Tonnen Abfälle pro Jahr. Die Deponien füllen sich rasant, und auch  die zaghaften Versuche einzelner Abbruchunternehmer, Beton zu recyklieren, ändern nicht viel an der Menge der deponierten  Inertstoffe.
Ausserdem betreiben wir seit Jahrzehnten Raubbau an den natürlichen Materialvorkommen: So unwahrscheinlich es tönt,  sogar Sand wird zur Mangelware.
Wenn wir aus diesen Einbahnstrassen rauskommen wollen, müssen wir die linearen Prozesse in Kreisläufe verwandeln. Und  das wird nur gelingen, wenn alle an der Bauwirtschaft Beteiligten, von den Bauherrschaften über die Banken, die  Architekt*innen, bis zu den Unternehmer*innen, gemeinsam versuchen, die Kreisläufe zu schliessen. Und zwar jetzt!
Es reicht nicht, heute in weiser Voraussicht so zu bauen, dass die Gebäude in 50 oder 100 Jahren wiederverwendet werden  können.
Es reicht nicht, von jetzt an nur noch sortenreine Materialien zu verwenden und diese so zusammenzufügen, dass man sie  wieder zerstörungsfrei voneinander trennen kann.
Es reicht nicht, die verwendeten Materialien in einem Materialkataster zu speichern, damit man in 50 Jahren noch weiss, was in den Gebäuden verbaut worden ist, damit die in 50 oder 100 Jahren abzureissenden Gebäude als «Urban Mine», als  Wertstofflager, genutzt werden können. Wir müssen jetzt umdenken. Wir müssen jetzt damit aufhören, bestehende Gebäude  durch Neubauten zu ersetzen. Wir müssen uns jetzt um die graue, in den Gebäuden enthaltene Energie kümmern.

Wir müssen jetzt damit aufhören, neue Gebäude vollständig aus neuen Baustoffen zu bauen. Wir müssen jetzt alle  Erfindungskraft, alle schöpferische Energie dafür verwenden, dass die gegenwärtige Verschwendung von Rohstoffen einerseits und das rasante Anwachsen der Deponievolumen andererseits aufhören!
Wir haben seit der Einführung des Energiegesetzes 1984 alle Kraft auf die Reduktion der Betriebsenergie neuer Gebäude  konzentriert.
Und wir sind dabei so erfolgreich, dass wir Passivhäuser bauen können, die keine zusätzliche Energie benötigen – im Betrieb.
Aber niemand hat bisher nach der Energie gefragt, die zur Erstellung der neuen Gebäude benötigt wird. Nun brauchen wir  dieselbe Revolution bei der Erstellung von neuen Bauten, und zwar in der Hälfte der Zeit!

Eintritt 10.- / Mitglieder AFO frei

Anmeldung erforderlich
bis Fr 30. April 2021 unter info@nulla-f-o.ch.

Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln, und allfällige Schutzmassnahmen werden eingehalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine eventuelle Abbildung des Publikums in der  Aufzeichnung wird durch die Anmeldung akzeptiert. Der Anlass wird mit Publikum aufgezeichnet und kann auf unserer Website über einen Livestream verfolgt werden. Der  Stream ist bis So 16. Mai 2021 online verfügbar.

baubüro in situ

Einladungskarte Mai

Bildnachweis: baubüro in situ