Architektur Forum Ostschweiz

Wert $ – Wohnraum monetär

Heinrich Degelo, Architekt, Basel / Moderation Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich

Mo 1. März 2021, 19.30 Uhr im Livestream

Der Anlass wird ohne Publikum aufgezeichnet und kann auf unserer Website über einen Livestream verfolgt werden.

Annina Frehner, Künstlerin, Teufen und Leipzig, muss sich wegen Krakheit leider entschuldigen.

Handlungen, Gedanken und Gefühle werden durch die ständige Erfahrung baulicher Strukturen reproduziert und wirken auf die Vorstellung von  Raum zurück. Wie wird diese Wechselwirkung von Architektur und Gesellschaft zur Form? Was lässt uns glauben, wer wir sind, wohin und wozu wir gehören?
Und andersherum: Birgt eine eigenmächtige Gestaltung des physischen Raums die Chance, soziale Strukturen zu verändern? Inwiefern beeinflussen Besitz und Eigentum unsere Mobilität und was tragen sie zu unserer sozialen Verortung bei? Wie viel Platz beanspruchen unsere Dinge im gebauten Raum? Untersucht werden diese Fragen anhand von drei künstlerischen Raumprojekten: dem Einbau des Innenraums in geschwundener Form  zurück in den Ausgangsraum, der Weggabe des gesamten Besitzes im Rahmen der Verschenkaktion Ausräumung sowie der Bauaufnahme in  Serbien, bei der ein Werkbeitrag in ein einfaches Wohnhaus für eine junge Familie investiert wurde.
Annina Frehner

Nachhaltig und energieeffizient ist heute alles. Architekturlabels gaukeln Innovation vor, sind jedoch bloss Formen normierter Baustandards. Dieses Schönreden des Üblichen langweilt mich. Innovation geht anders. Innovation ist das Gegenteil der Norm. Wir haben uns auf die Suche gemacht  nach einem Schritt in die Zukunft. Ein Wohnhaus, das keine Heizung benötigt und doch angenehme Bedingungen bietet. Kostengünstig ist ein  weiterer Begriff, der für alles verwendet wird. Wir wollen nicht nur darüber reden, sondern konkrete Ziele erreichen. 10 Franken je Quadratmeter Wohnfläche war das gesetzte Ziel. Ich bin der Meinung, dass wir Architekten uns der Tatsache stellen müssen, dass nicht alle viel Geld für Wohnen ausgeben können und wollen.
Als Drittes haben wir eine Form gesucht, die unsere individuellen Bedürfnisse stillt. Die Zeit der Wohnnormen ist vorbei. Wir haben eine Form gesucht, in der individuelle Lebensentwürfe verwirklicht werden können. Da Ideale sich schnell ändern, sollten darüber hinaus Umgestaltungen jederzeit möglich sein.
Heinrich Degelo

Einladungskarte März

Bildnachweise: Heinricht Degelo, Annina Frehner