Architektur Forum Ostschweiz

Werte

Immobilien gelten als Wertanlage der Stunde. Das billige Geld befeuert die Bautätigkeit, unabhängig von einem echten Nachfragebedürfnis. Das lässt darauf schliessen, dass der Wert unserer gebauten Umwelt aktuell nicht immer sehr umsichtig betrachtet wird. Den Blick dafür zu öffnen scheint dringender den je, denn die Art wie wir bauen, war seit jeher prägend für jede Art von menschlicher Kultur.
Architekt*innen versuchen in Ihrer Arbeit auf der einen Seite, zwischen ganz individuellen Bedürfnissen der Benutzer abzuwägen, wie beispielsweise eine repräsentative Erscheinung, ein praktischer Nutzwert oder Schutz und Geborgenheit. Auf der anderen Seite, gilt es auch den kollektiven Anforderungen unserer Gesellschaft in angemessener Weise gerecht zu werden, was die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums, den Erhalt unseres bauhistorischen Erbes oder den Verbrauch zunehmend knapper werdenden Ressourcen beinhalten kann.
Ein gelungenes Gebäude kann einerseits unmittelbar mit äusseren Werten begeistern, aber auch innere Werte, in hoher Qualität, bereit halten, welche es zu entdecken und wertschätzen gilt. Sei das in Form einer eleganten Konstruktionen oder einer sinnigen Anordnung wohlproportionierter Räume. Ein intensiver Entwicklungsprozess führt zu qualitativer Wertschöpfung in der Architektur. Das soll alle Beteiligten dazu ermutigen, sich in einem Mass zu engagieren, das über die zugewiesenen Rollen im ordentlichen Planungs- und Bauprozess hinausgeht.
Dazu gibt es einiges, wofür es sich lohnt, das Bewusstsein zu fördern: Was macht Gebautes wertvoll? Welche und wie viele Ressourcen können und müssen wir dafür aufbringen? Welche Werte zählten gestern, welche heute und welche werden morgen gültig sein? Viele Fragen die uns gerne einige anregende und inspirierende Stunden kosten dürfen, denn was nichts kostet, ist nichts wert.

 

Moderationen

Susanne Brauer, Philosophin, Zürich
Susanne Brauer hat in Wuppertal und Münster Philosophie, Germanistik, Erziehungs- und Sozialwissenschaften studiert und  an der University of Chicago in Philosophie promoviert. Die Programmierung, Konzeption und Moderation  von öffentlichen Veranstaltungen mit Formaten von klassisch über partizipativ bis experiementell bildeten den  Schwerpunkt an ihren Arbeitstellen der letzten Jahre. Als Programmleiterin hat sie den Veranstaltungsort  «Alten Anatomie – Forum für Medizin & Gesellschaft» aufgebaut, der von Universitätsspital  Zürich, Universität Zürich und ETH getragen wurde. Zuvor entwickelte sie für die Paulus  Akademie einen neuen Fachbereich für Bioethik, Medizin und Life Sciences, den sie von 2011-2019 leitete. Ausserdem geht sie Lehraufträgen in Bereichen der angewandten Ethik an verschiedenen Fachhochschulen  und Universitäten nach. Susanne Brauer ist Mitbegründerin von Brauer & Strub | Medizin Ethik Politik.

Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich
Jean-Daniel Strub ist selbstständiger Ethiker in Zürich. Er ist Mitgründer und Co- Geschäftsführer von ethix – Lab für Innovationsethik und des Büros Brauer & Strub | Medizin Ethik Politik. Ebenso ist er Geschäftsführer der Stiftung Wissenschaftliche  Politikstipendien in Bern. Er ist regelmässig als Moderator von Tagungen und  Diskussionsveranstaltungen im Einsatz. Ausserdem moderiert er regelmässig Podien im Rahmen von politischen Anlässen im Grossraum Zürich, wozu wiederholt auch  Veranstaltungen zu städtebaulichen und raumplanerischen Fragen gehören.