Architektur Forum Ostschweiz

Mo 2. Februar 2026, 18.30 Uhr

Fragmente – und das Ganze

Gesprächsreihe: Fragmente

im Forum

  • Sabine von Fischer, Archi­tektin und freie Autorin, Zürich
  • Martin Tschanz, Archi­tekt und Archi­tektur­historiker, Zürich
  • Modera­tion Karin Salm, Archi­tektur­journa­listin, Winterthur
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Angesichts der aktuellen autoritären Tendenzen und Entwicklungen ist es besonders wichtig, über Architektur als alltagstaugliche, offene und bewegliche Disziplin zu sprechen:

· Das Fragment trägt die Spuren des Ganzen in sich, sowohl eines vorherigen, aus dem es herausgebrochen ist, wie auch eines neuen Kontexts.

· Das Fragment, als etwas Abgebrochenes, als Bruchstück oder Splitter, ist immer spezifisch. Ein Fragment zu betrachten heisst, zu schauen, was da ist: ohne Vorurteil, ohne Vorbefassung, ohne Vor-Beurteilung, ohne Idealbild.

· Das Fragment ist deshalb Zeugin von Bewegungen im Raum und in der Zeit. Es widersetzt sich dem Unteilbaren, Unbeweglichen, Unangreifbaren oder Nichtdiskutierbaren: Wir müssen diskutieren!

In einer Diskussion über Fragmente in der Architektur ist es egal, ob es vor dem Urknall eine Einheit gab, ob eine universale Harmonie möglich wäre, ob der Stillstand eine Schönheit beinhalten könnte oder ob ein solches Erstarren zur Dystopie würde. Wichtig ist, dass die Gebäude, die erstellt werden, genauso wie die Architekturen, die imaginiert und diskutiert werden, alltagstauglich bleiben. Es geht hier keineswegs um eine Rückkehr zum Funktionalismus, viel eher um eine «Kritik der Kritik des Funktionalismus», wie Julius Posener sie vor einem halben Jahrhundert formulierte. Über Architektur aus Fragmenten zu sprechen, heisst, Architektur als Vielfalt wahrzunehmen – immer ausgehend von dem, was da ist.

Das Inputreferat wird dies anhand eines klein- und eines grossmassstäblichen Fragments reflektieren.

Vortrag von Sabine von Fischer und von Martin Tschanz, im An­schluss Podiums­­diskus­sion, mo­deriert durch Karin Salm.

Eintritt CHF 10.– / Mitglieder AFO Eintritt frei
Gratis Studenten-Mitgliedschaft

Sabine von Fischer

Sabine von Fischer kümmert sich um die akustische Qualität in den Aussenräumen der Stadt Zürich, untersucht Wechselwirkungen von Architektur und Akustik und verfasst Essays und Texte, Science Writing und Wissenschaftskommunikation. Als Mitglied von créatrices, CICA und des BSA setzt sie sich für eine hohe Baukultur ein. Ein besonderes Interesse der promovierten Architektin gilt interdisziplinären Themenfeldern.

Werdegang: Einige Jahre lang arbeitete sie als Architektin in New York City, nachdem sie an einem Kleintheater hospitierte, in Zürich den gestalterischen Vorkurs und in Edinburgh Kurse in Drucktechniken belegte, anschliessend an der ETH Zürich in Architektur diplomierte und zu den Wechselwirkungen von Akustik und Architektur promovierte. Forschungen im Gebiet der Sound Studies am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der ETH Zürich führten sie nach Montréal, Lausanne und ans Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. 2004–2008 wirkte sie als Redaktorin für die Zeitschrift werk, bauen und wohnen, 2019–2022 als Redaktorin für Architektur und Design bei der Neuen Zürcher Zeitung, als Gutachterin für die Denkmalpflege und für Wettbewerbsprogramme des sia, wie auch als Dozentin und Gastforscherin an Hochschulen im In- und Ausland. Sie erhielt Auszeichnungen für wissenschaftliche Essays, Bücher und in jungen Jahren auch für Entwürfe in Architekturwettbewerben.

Martin Tschanz

Martin Tschanz ist Architekt, Architekturhistoriker und -kritiker, Zürich
In Bern geboren, studierte Architektur an der ETH Zürich, wo er später Theorie und Geschichte der Architektur lehrte. Er ist Architekturhistoriker und -kritiker und zur Zeit Dozent der ZHAW.

Referent*innen

Bildnachweis

Sabine von Fischer

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