Fragmente ·
Architektonische Ideen und Konzepte schaffen es kaum jemals als vollkommenes Ganzes materialisiert in unseren gebauten Lebensraum. Nicht nur gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, auch rechtliche Parameter und der vorhandene bauliche Kontext führen zu Anpassungen. Fragmente finden wir vereinzelt, gut konserviert als Bricolage, stark überformt oder wieder defragmentiert zum grossen Ganzen überall in unseren Städten und Dörfern.
Beeindruckend ist dabei, dass die kleinsten Überbleibsel grosser Pläne von entscheidender Wichtigkeit für die qualitätvolle Entwicklung eines Ortes sein können.
Die möglichst ressourcenschonende Nutzung des Gebäudebestands als ökologische Verpflichtung ist dabei ein kreativer Katalysator, der aktuell viele neue Denkansätze und Bilder entstehen lässt, deren gedankliche Einordnung uns aktuell herausfordert.
Das Arbeiten auf dem weissen Papier und der grünen Wiese, das Tabula rasa der Moderne, verhiess Autorinnen und Autoren eine vollständige Kontrolle über ihr Werk. Im Gegensatz dazu bedeutet die Arbeit mit Fragmenten ein grosses Wagnis. Die Konzepte bleiben zu Weilen unvollständig, ergebnisoffen und können eine grosse Akzeptanz von brüchiger Stringenz abverlangen. Sie bieten jedoch grössere Chancen auf Aneignung durch die Gesellschaft sowie ein kontinuierliches Anknüpfen und Verweben mit dem Bestand.
Durch eine zukunftsfähige Anpassung sichern sie seinen nachhaltigen Fortbestand.
Wir möchten uns ein Jahr lang in unserer Gesprächsreihe dem Umgang mit Fragmenten widmen – sowohl baulichen und gedanklichen –, ihrer kulturellen, ökonomischen und ökologischen Bedeutung.
Machen Sie mit uns Ihr Denken «ready to disassambled».