Architektur Forum Ostschweiz

Monatsarchive: Mai 2021

Stadt und Landschaft denken – Buchtaufe Gutes Bauen Ostschweiz 2016–2020

Elias Baumgarten, Chefredaktor Magazin swiss-architects.com, Zürich / Susanna Koeberle, Journalistin, Zürich / Caspar Schärer, Architekt, Zürich

Mo 31. Mai 2021, 19.30 Uhr im Forum und im Livestream

Der ehemalige Bauherren- und Architekturpreis «Gutes Bauen Ostschweiz» wandelte sich in den letzten zehn Jahren zu einer «Plattform für Architekturvermittlung». Um den Diskurs über lokale Baukultur in der Schweiz zu fördern, hat das Architektur Forum Ostschweiz (AFO) eine Artikelserie angeregt, die seit 2011 monatlich in der regionalen Tagespresse erscheint und gesammelt in den «Anthologien zur Baukultur» «Raum Zeit Kultur» (2016) sowie «Stadt und Landschaft denken» (2021) im Triest Verlag herausgegeben wurde. Anlässlich des Erscheinens von Stadt und Landschaft denken findet am 31. Mai die Vernissage der Publikation im Architektur Forum Ostschweiz statt. Zudem begleitet eine Veranstaltungsreihe das Erscheinen des Buches, um die darin thematisierten baukulturellen Fragen vertieft zu diskutieren.

Das Architektur Forum Ostschweiz möchte mit der Artikelserie und diesem Buch die Tür für eine breite Diskussion um gute Architektur in der Ostschweiz und darüber hinaus öffnen; für Regionen, die wie die Ostschweiz einerseits mit Problemen der Abwanderung und des unbeholfenen Wildwuchses an Gewerbegebieten oder Wohnbauten zu kämpfen haben und die andererseits durch regionale Baukulturen und Identitäten sowie wirtschaftliche Besonderheiten prädestiniert sind, für diese Fragen Lösungen zu finden. Denn Baukultur «bröckelt», wie mir der Vorarlberger Architekt Stefan Marte einmal sagte, sobald man sich nicht ständig für sie einsetzt. Architekturvermittlung für alle ist dabei vielleicht der wichtigste Baustein.
Elias Baumgarten

Zusammen mit dem Herausgeber Elias Baumgarten, der Autorin Susanna Koeberle und dem Autor Caspar Schärer reflektieren wir den Prozess und diskutieren die Bedeutung der Berichterstattung über Architektur. Die Fotografin Katalin Deér, die zwei umfangreiche Bildessays zum Buch beigetragen hat, rahmt den Anlass mit einer kleinen Ausstellung. Und wir feiern die Taufe des Buches!

Anmeldung erforderlich
bis Fr 28. Mai 2021 unter info@nulla-f-o.ch
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt

Eintritt 10.– / Mitglieder gratis

Einladungskarte GBO Vernissage

Gutes Bauen Ostschweiz

Die Bücher Raum Zeit Kultur sowie Stadt und Landschaft denken sind im Buchhandel, auf der Website des  Verlags sowie vor Ort erhältlich.

Die Debatte um die Baukultur soll jedoch auch am Ort des Geschehens stattfinden. Das AFO, der Triest Verlag  sowie der Herausgeber Elias Baumgarten von swiss-architects. com laden deshalb im Juni und Juli 2021 zu vier Veranstaltungen  ein, die sich mit den übergreifenden Themen Raumplanung, Städtebau, Architektur und Landschaftsplanung beschäftigen:

Einladungskarte Gutes Bauen Ostschweiz unterwegs

Architektur im Film

Aalto

Diverse Spieldaten im Mai, im Kinok

Alvar Aalto (1898–1976) zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Mit wegweisenden Bauten wie dem Sanatorium Paimio (1933) oder der Bibliothek in Viipuri (1935) gilt er in seiner Heimat Finnland als «Vater der Moderne». Seine überaus produktive Schaffensphase reicht von den 1920er-Jahren bis in die 1960er-Jahre und umfasst ein vielschichtiges Gesamtwerk von Architektur, Design und Städtebau. Mit der Verwendung regionaler und natürlicher Materialien gab er wesentliche Impulse für das nachhaltige Bauen, verschloss sich aber auch den neuen Technologien nicht. Das «irrational Organische» lässt sich bei ihm nie vom Funktionalen und Rationalen trennen: So verbessert die wellenförmige Decke in Viipuri die Akustik des Auditoriums. Zusammen mit seiner ersten Frau, der Architektin und Designerin Aino Aalto (1894–1949), entwarf er Möbel, Lampen und Glasobjekte, die zu Klassikern geworden sind, so der Paimio-Sessel oder die Savoy-Vase, deren Wellenform auf den Namen ihrer Schöpfer (Aalto bedeutet Welle) anspielt. Aino Aalto wurde 1935 künstlerische Direktorin der Möbelherstellerfirma Artek, die von den Aaltos mitbegründet wurde. Auch mit seiner zweiten Frau, der Architektin Elissa Mäkiniemi, arbeitete Aalto eng zusammen; nach seinem Tod führte sie die angefangenen Projekte zu Ende. Die finnische Regisseurin und Produzentin Virpi Suutari ist in Rovaniemi aufgewachsen, die dortige Bibliothek von Alvar Aalto war der «Zufluchtsort ihrer Kindheit». Der Dokumentarfilm begibt sich auf Aaltos Spuren in Finnland und zeigt sein grosses internationales Wirkungsfeld sowie Begegnungen und Freundschaften, darunter jene mit Carola und Sigfried Giedion-Welcker, Le Corbusier und László Moholy-Nagy. Aktuelle Aufnahmen werden mit Archivmaterial kombiniert, in Tondokumenten kommen Zeitzeuginnen und Experten zu Wort. Eine sehr persönliche Ebene erhält der Film durch die von einem Schauspieler und einer Schauspielerin eingesprochenen Liebesbriefe von Alvar und Aino Aalto, die die innige Verbundenheit dieses in jeder Hinsicht aussergewöhnlichen Paares dem Publikum nahebringt.

Aufgrund der geringen Anzahl an Publikum, die momentan erlaubt ist, verzichten wir auf eine Vorführung mit Einführung.

FI 2020, 103 min, DCP, O/d-f, ab 16 Jahren
Regie: Virpi Suutari
Mitw.: Alvar Aalto, Aino Aalto, Elissa Aalto u.a.

Eintritt 16.– / Mitglieder AFO 11.–
Reservation: T 071 245 80 72 oder auf Kinok

Die Vorführungen der weiteren Filme, die in der Reihe «Architektur im Film» gezeigt werden sollten, wurden auf Herbst verschoben. Die genauen Daten folgen.

Wertstoffe

Barbara Buser, Architektin, Basel /  Severin Lenel, Architekt, Umweltingenieur und Ökonom, St. Gallen / Moderation Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich

Mo 3. Mai 2021, 19.30 Uhr im Forum und im Livestream

Die Schweizerische Bauwirtschaft produziert zurzeit 17 Mio Tonnen Abfälle pro Jahr.

Die Deponien füllen sich rasant, und auch die zaghaften Versuche einzelner Abbruchunternehmer, Beton zu recyklieren, ändern nicht viel an der Menge der deponierten Inert Stoffe.

Auf der anderen Seite betreiben wir seit Jahrzehnten Raubbau an den natürlichen Materialvorkommen: So unwahrscheinlich es tönt, wird sogar Sand zur Mangelware.

Wenn wir aus diesen Einbahnstrassen rauskommen wollen, müssen wir die linearen Prozesse in Kreisläufe verwandeln. Und das wird nur gelingen, wenn alle an der Bauwirtschaft beteiligten, von den Bauherrschaften über die Banken, die Architekt:innen, die Unternehmer:innen gemeinsam versuchen, die Kreisläufe zu schliessen.

Und zwar jetzt!

Die schweizerische Bauwirtschaft produziert zurzeit 17 Mio Tonnen Abfälle pro Jahr. Die Deponien füllen sich rasant, und auch  die zaghaften Versuche einzelner Abbruchunternehmer, Beton zu recyklieren, ändern nicht viel an der Menge der deponierten  Inertstoffe.
Ausserdem betreiben wir seit Jahrzehnten Raubbau an den natürlichen Materialvorkommen: So unwahrscheinlich es tönt,  sogar Sand wird zur Mangelware.
Wenn wir aus diesen Einbahnstrassen rauskommen wollen, müssen wir die linearen Prozesse in Kreisläufe verwandeln. Und  das wird nur gelingen, wenn alle an der Bauwirtschaft Beteiligten, von den Bauherrschaften über die Banken, die  Architekt*innen, bis zu den Unternehmer*innen, gemeinsam versuchen, die Kreisläufe zu schliessen. Und zwar jetzt!
Es reicht nicht, heute in weiser Voraussicht so zu bauen, dass die Gebäude in 50 oder 100 Jahren wiederverwendet werden  können.
Es reicht nicht, von jetzt an nur noch sortenreine Materialien zu verwenden und diese so zusammenzufügen, dass man sie  wieder zerstörungsfrei voneinander trennen kann.
Es reicht nicht, die verwendeten Materialien in einem Materialkataster zu speichern, damit man in 50 Jahren noch weiss, was in den Gebäuden verbaut worden ist, damit die in 50 oder 100 Jahren abzureissenden Gebäude als «Urban Mine», als  Wertstofflager, genutzt werden können. Wir müssen jetzt umdenken. Wir müssen jetzt damit aufhören, bestehende Gebäude  durch Neubauten zu ersetzen. Wir müssen uns jetzt um die graue, in den Gebäuden enthaltene Energie kümmern.

Wir müssen jetzt damit aufhören, neue Gebäude vollständig aus neuen Baustoffen zu bauen. Wir müssen jetzt alle  Erfindungskraft, alle schöpferische Energie dafür verwenden, dass die gegenwärtige Verschwendung von Rohstoffen einerseits und das rasante Anwachsen der Deponievolumen andererseits aufhören!
Wir haben seit der Einführung des Energiegesetzes 1984 alle Kraft auf die Reduktion der Betriebsenergie neuer Gebäude  konzentriert.
Und wir sind dabei so erfolgreich, dass wir Passivhäuser bauen können, die keine zusätzliche Energie benötigen – im Betrieb.
Aber niemand hat bisher nach der Energie gefragt, die zur Erstellung der neuen Gebäude benötigt wird. Nun brauchen wir  dieselbe Revolution bei der Erstellung von neuen Bauten, und zwar in der Hälfte der Zeit!

Eintritt 10.- / Mitglieder AFO frei

Anmeldung erforderlich
bis Fr 30. April 2021 unter info@nulla-f-o.ch.

Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln, und allfällige Schutzmassnahmen werden eingehalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine eventuelle Abbildung des Publikums in der  Aufzeichnung wird durch die Anmeldung akzeptiert. Der Anlass wird mit Publikum aufgezeichnet und kann auf unserer Website über einen Livestream verfolgt werden. Der  Stream ist bis So 16. Mai 2021 online verfügbar.

baubüro in situ

Einladungskarte Mai

Bildnachweis: baubüro in situ

Edition 2021

Wert der Baukultur

In den Jahren 2018 und 2019 hat das Architektur Forum Ostschweiz jeweils einen Autor*in eingeladen, der die acht Veranstaltungen des jeweiligen Programmjahres zusammengefasst hat. Diese sind als AFO-Editionen gedruckt und an unseren Mitglieder und Sponsoren abgeben worden. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir im letzten Jahr viele Veranstaltungen absagen und haben auch unsere Editions-Reihe nicht fortführen können.

In diesem Jahr werden die Anlässe nun aufgezeichnet und den Mitgliedern per Livestream zur Verfügung gestellt. Im Rahmen unseres Editions-Projektes ist die Idee entstanden, das Filmmaterial selber für eine Zusammenfassung zu verwenden. Anstatt eines Autors*in haben wird die zwei Filmemacher Fabienne Steiner und Michael Bolliger für unser Projekt gewinnen können. Auf der Basis der Streaming-Aufnahmen entstehen Zusammenfassungen der jeweiligen Anlässe in sehr kurzer Form (Clips von ca. 6 Minuten). Am Ende des Jahres werden diese zu einem Gesamtrückblick zusammengefügt, der die unterschiedlichen Aspekte in Bezug auf das Jahresthema «Werte» reflektiert.

 

Weiterbauen am Erbe der Schweiz

Mit der zweiten Hinterrheinbrücke in Reichenau setzt die Rhätische Bahn die hohe Kunst des Brückenbaus in der Schweiz fort.

01.05.2021 von Katharina Marchal

Langsam fährt der rote Zug in den Bahnhof Thusis ein. Wanderer, Skifahrer und Einheimische steigen ein und aus. Dann setzt sich die Rhätische Bahn (RhB) wieder in Bewegung. Seit 130 Jahren erklimmt sie die Berge im Kanton Graubünden. Dabei überwinden die Albula- und Berninalinie rund 1000 Höhenmeter. Die beeindruckenden Schluchten sowie zahlreichen Flüsse und Bäche werden von rund 600 Brücken und Viadukte aus Stahl und Stein überquert. Diese sind Zeitzeugen vom hohen Niveau, auf dem sich die Ingenieurskunst in der Schweiz bewegt. Und sie zeigen in eindrücklicher Weise, wie sich das konstruktive Wissen, die Materialien, die industrielle Produktion und die ästhetische Auffassung im Ingenieurwesen entwickelt haben.
Als Auszeichnung wurde die Linie zwischen Thusis und Tirano mitsamt ihrer Infrastruktur 2008 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Doch Bahnbrücken sind bedroht – und zwar vom eigenen Erfolg der Bahnen: Viele der in die Jahre gekommenen Bauwerke müssen wegen des wachsenden Verkehrs verstärkt, ersetzt oder ausgebaut werden. Das stellt die RhB vor die anspruchsvolle Frage, wie sie an ihrem grossen Erbe weiterbauen soll. So auch bei der Hinterrheinbrücke bei Reichenau–Tamins.
Hier, wo Hinter- und Vorderrhein zusammenfliessen, erstellte 1895 die Basler Firma Albert Buss AG eine  feingliedrige Fachwerkkonstruktion mit vierfachem Strebenbezug. Da es sich um eine elegante Brücke mit einem  seltenen Konstruktionsprinzip handelt, steht sie unter Denkmalschutz.

«Es ist nichts schwieriger, als einfach und elegant zu bauen»

Doch auch dieses Ingenieur-Schmuckstück wurde renovationsbedürftig. Da ein längeres Aussetzen des Bahnbetriebs undenkbar ist, begann die RhB über den Bau einer zweiten Eisenbahnbrücke über den Hinterrhein nachzudenken. Dafür sprach auch die einspurige Trassierung, die entweder die Albula- oder die Surselvalinie blockierte. Mit einer zweiten Brücke kann der Zugverkehr flüssiger gestaltet und das Angebot der Bahn ausgebaut werden. Da es sich um  eine sehr komplexe Bauaufgabe handelt, schrieb die Rhätische Bahn einen Projektwettbewerb im Sinne der  Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) aus, den ersten in ihrer Geschichte! Dieses Projekt und die Vorgehensweise hat somit Vorbildcharakter für weitere Brückenbauten und für öffentliche Bauherren. «Es ist nichts  schwieriger, als elegant und einfach zu bauen», fasst der Ingenieur Andreas Galmarini von Walt-Galmarini eine der  wichtigsten Aufgaben seiner Disziplin zusammen. 2015 gewann das Ingenieurbüro im Team mit Flint&Neill  Ingenieure (heute: Cowi UK), Dissling+Weitling Architekten und Hager Partner Landschaftsarchitekten den  Wettbewerb für die Hinterrheinbrücke. Ziel war ein schlichtes, zurückhaltendes Bauwerk, das die bestehende  Brücke ergänzt, sie aber nicht konkurrenziert. Dies ist umfassend gelungen. Die elegante, feingliedrige V-Stiel-Brücke orientiert sich zwar in der Materialwahl an der historischen Stahlfachwerkbrücke, nimmt sich allerdings  gegenüber dem Bestand und innerhalb der vielfältigen Landschaft zurück. Mit Blick auf die Fachwerkbrücke ist die dahinterliegende neue Stahlbrücke kaum sichtbar. Doch gleichzeitig ist die «Sora Giuvna» («kleine Schwester»), so  der Name des Wettbewerbsprojekts, eine zeitgemässe Antwort auf den Bestand und setzt das Erbe der Rhätischen  Bahn gebührend fort. Ein schlanker Stahltrog mit v-förmigen Streben ruht auf schlichten Betonpfeilern und  Widerlagern. Die Materialisierung und sorgfältige Ausgestaltung der konstruktiven Details gewährleisten geringe  Betriebskosten und Dauerhaftigkeit.
So schlicht das Bauwerk erscheint, umso komplexer waren die Anforderungen und Umstände. Der zweispurige Ausbau der Linie Chur–Tamins ist mit der Fertigstellung der zweiten und mit der Sanierung der bestehenden Brücke im Jahr 2019 abgeschlossen. Seither können die beiden Linien von Thusis und von Ilanz getrennt in den Bahnhof von Reichenau geführt werden. Und die RhB kann die Fahrplanstabilität in diesem Engpass massiv erhöhen. Dieses Projekt erforderte jedoch eine anspruchsvolle Regelung des Bauablaufs. Dazu gehörte auch, dass die Bahn- und Strasseninfrastruktur während des Baus in Betrieb blieb. Die neue Stahlbrücke mit einer Hauptspannweite von 63 Metern überspannt nicht nur den Hinterrhein, sondern auch die Nationalstrasse A13.
Um die Landschaft zu stärken und die Strasse nicht zu verengen, wurden die bergseitigen Widerlager hinter den bestehenden Stützmauern versteckt. An Stelle von weiteren Stützmauern wurde der Hang oberhalb der Gleise  abgetragen. Damit integriert sich das neue Bauwerk in die Landschaft, und der Eingriff in die Natur ist auf das  Nötigste reduziert. Dies entspricht den Vorstellungen eines Naturschutzgebiets und dem natürlichen Prozess. Das während des Baus entnommene Material wurde wieder eingesetzt; die Landschaft konnte damit kontinuierlich nachgrünen.

Alte und neue Brücke sind mit dem Uferweg verbunden

Ausserdem ermöglichte die Renovation der alten Fachwerkbrücke ein schönes Nebenprojekt. Seit der  Wiedereröffnung nutzen Wanderer oder Spaziergänger den ehemaligen «Dienststeg» auf der Brückenunterseite und  gelangen so direkt zum beliebten Ruinaultaweg nach Trin oder Bonaduz. Am Zugang gibt es eine weitere  Überraschung. Für den Unterhalt müssen die Widerlager zugänglich bleiben. Dafür ist ein eigener Aufgang im  Betonauflager der Stahlbrücke vorgesehen. Diese Treppenanlage wird nun nicht nur für die technischen Arbeiten  genutzt, sondern verbindet auch die Ebenen der alten und der neuen Brücke mit dem Uferweg.
Der Zugang in das Auflager ist beeindruckend. Über eine zulaufende Kaskadentreppe gelangen die Fussgänger zu dem pyramidengleichen Eingang. Innerhalb des historischen Fachwerks geht der Blick zurück auf die schlichte und  zugleich innovative «jüngere » Schwester. Diese knüpft an die bestehend hohe Baukultur in der Region Graubünden  an und fügt sich ganz selbstverständlich in die eindrückliche Landschaft ein.

Bilder: Hanspeter Schiess