Architektur Forum Ostschweiz

Monatsarchive: Dezember 2019

Das Architektur Forum Ostschweiz wünscht schöne Weihnachten und alles Gute für das kommende Jahr.

Am 3. Februar 2020 starten wir mit unserer neuen Veranstaltungsreihe zum Thema «Schönheit».

Wir freuen uns auf ein weiteres spannendes Jahr. Bis im Februar!

Auf Zeit – Temporär

Victoria Easton, Architektin, Christ & Gantenbein, Basel / Boris Gusic, Architekt, Zürich / Martin Wiedenmann, Architekt, Schmidhuber, München / Sandra Oehy, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Zürich / Moderation Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich

Mo 2. Dezember 2019, 19.30 Uhr im Forum

Grundsätzlich ist alles vergänglich und somit nur für einen spezifischen Zeitraum relevant. Die Architektur wird häufig mit  Langlebigkeit und grosser Dauer in Verbindung gebracht. Oft waren es aber die kurzlebigeren Interventionen, welche den Zeitgeist der Architektur infrage stellten. Durch ihre kurze Lebensdauer und Leichtigkeit können temporäre Bauten weiter gehen und entfliehen damit dem Ernst der Ewigkeit. Pavillons, Modelle, Zeichnungen und Skizzen haben oft mehr Gemüter bewegt als die gebaute Umwelt.
Alle sprechen von Nachhaltigkeit, doch werden Gebäude immer weniger dauerhaft gebaut. Es geht nicht nur um Beständigkeit  in materieller, sondern auch in immaterieller Hinsicht: Wie kann ein Gebäude möglichst langfristig einen Lebens-, Arbeits-  oder Kulturraum schaffen? Wie kann eine Struktur für verschiedene Nutzungen offen sein, die sich im Laufe der Zeit verändern können? Nur sehr wenige Baumaterialen sind heutzutage nachhaltig im Sinne von ökologisch, man könnte also  sagen, dass nur die Erhöhung der Lebensdauer ein Gebäude wirklich nachhaltig macht.
Diesen Credos stehen immer mehr temporäre Ereignisse der Kunst- und Architekturwelt gegenüber. Fast keinem Land fehlt es  an einer Kunst- oder Architekturbiennale. Diese temporären Ereignisse und Begegnungen sind sehr grosszügig in Bezug auf  die «kreative Energie», aber verbrauchen eine enorme Menge an grauer Energie. Dennoch trägt dieses Medium seit dem 19. Jahrhundert massgeblich zum architektonischen Diskurs bei.

Victoria Easton, Associate bei Christ & Gantenbein, wird über temporäre architektonische Interventionen des Büros für  verschiedene Biennalen sowie über die Swiss Art Awards sprechen.
Boris Gusic wird über selbstinitiierte temporäre Projekte, die Lehre an der ETH und seinen Turm im Verzascatal sprechen.

Eintritt 10.– / Mitglieder AFO gratis

Bildnachweis: Christ & Gantenbein; Schweizer Pavillon zur 500-Jahr-Feier der Reformation in Wittenberg, 2017 ©Stefano Graziani

ArchitekTour Israel

Tel Aviv-Jaffa / Rechovot / Jerusalem

Mi 27. November – So 1. Dezember 2019

Die moderne Metropole Tel Aviv, gegründet als erste «Hebräische Stadt», zeigt uns ihre vielen Fassetten. Von der ersten jüdischen Siedlung Neve Zedek bis zum Rothschild Boulevard, dem Zentrum des modernen Tel Aviv. In Tel Aviv wurden ab den 30er-Jahren rund 4000 Bauwerke im Bauhaus- und Internationalen Stil errichtet, die das Stadtbild bis heute prägen. Durch sie ist Tel Aviv als «Weisse Stadt» bekannt und seit 2003 Unesco-Weltkulturerbe. Wir werden sehen, wie die Stadt mit diesem  Weltkulturerbe umgeht, was für Lösungen für die verschiedenen denkmalgeschützten Gebäude gefunden werden und wie der Bauboom und die politische Lage im Land die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Stadt beeinflussen.
Besichtigung im Max Liebling Haus (Dov Karmi 1936) sowie im Weizmann Haus (Erich Mendelson 1937) in Rechovot. Die zweite Generation der sogenannten Bauhaus- Architektensöhne haben die Stadt in den 50er-, 60er- und 70er- Jahren mit zahlreichen Bauten im Brutalismus-Stil beeinflusst. Eine Führung durch die Stadt bis zur Universität zeigt uns diese Epoche Tel Avivs. Auch Jaffa mit ihren 4000 Jahren Geschichte erlebt zurzeit eine gewaltige Umnutzung der historischen Gebäude, z. B. beim Hotel The Jaffa (John Pawson / Ramy Gill 2018). Wie tickt diese Stadt, was macht sie so beliebt, aber was steckt auch in den Hinterhöfen? Das werden wir gemeinsam erleben.
In Jerusalem gibt es eine Führung durch die Altstadt. Hier werden wir versuchen, die Geschichte und die Konflikte, über die ständig in den Medien berichtet wird, durch ihre Bauten noch vor der Zeitenwende bis heute zu verstehen. Besuch des Israelmuseums (Al Mansfeld / Dora Gad 1965, James Carpenter / Efrat Kowalsky 2010).

Die Reise wird von Ada Rinderer organisiert. Sie ist in Tel Aviv geboren und studierte am Technion in Haifa. Sie lebt und arbeitet seit 25 Jahren als Architektin in Dornbirn.

Bildnachweis: Rinderer Architekten, Dornbirn

Anmeldekarte ArchitekTour Israel

Detailprogramm Stand MRZ_2019

Ausstellung   «All About Tel Aviv – die Erfindung einer Stadt»
7. April 2019 – 6. Oktober 2019, Jüdisches Museum Hohenems