Architektur Forum Ostschweiz

Monatsarchive: März 2018

Architektur im Film

Having a Cigarette with Álvaro Siza

28. März 2018, 18.30 Uhr im Kinok

«Architects don’t invent anything, they just transform reality.» — Álvaro Siza

One of the 20th century’s most iconic architects, Álvaro Siza is a Prizker Prize winner, socialist and passionate smoker.

The director does what possibly all of us would like to do with a person whom we esteem and are  intrigued by. He listens and observes. With caution and respect. For an indefinite amount of time. One or more days with a great contemporary architect. Time dilates through the film following his  thoughts. His pauses. His lucid, poetic rigor. It’s the life running through his works. It’s the answers to the questions posed by a profession that has so much to do with the lives of people.  With history. With the evolution of the community. One speaks about social housing, of needs, of the differences between places, and of mutual influences. And it seems like there is nothing left to add.

Regie: Ian Dilthey, PO 2016, por, deut. UT 53′

Trailer

Eintritt 16.– / Mitglieder AFO 11.–
Reservation: T 071 245 80 72, www.kinok.ch

Veranstaltungssponsor:
Domus
Xella

Einladungskarte März

Wanderausstellung animata.ch – der Bau des  Stadtraumes

Vernissage und Diskussion über den Stadtraum von St. Gallen Ost / Philipp Funke, Fotograf, Zürich / Simon Kretz, Architekt und Städtebau-Forscher, Zürich / Thomas K. Keller, Architekt, St. Gallen / Florian Kessler, Stadtplaner Stadt St. Gallen / Moderation Giulio Bettini, animata.ch

Mo 26. März 2018, 19.30 Uhr im Forum

Ausstellung Mo 26. März 2018 bis Mo 9. April 2018
Öffnungszeiten: während der Veranstaltungen und werktags 9-17 Uhr

animata.ch – der architektonische Bau des Stadtraumes

Wanderausstellung und interaktive Homepage zum Bau des Stadtraumes in der Schweiz

2014 gewann der Tessiner Architekt Giulio Bettini das  vierte Forschungsstipendium des BSA. Nach der  Publikation des Buches Die città animata – Mailand und die Architektur von Asnago Vender folgt jetzt eine Wanderausstellung, die durch die ganze Schweiz zieht.

Die Stadt endet nicht mit dem Überbauungsplan. Die Architektur hört nicht an der Fassade auf. Beide Grenzen werden oft als Schlusspunkte zweier Disziplinen betrachtet. animata.ch forscht im Feld zwischen diesen zwei Grenzen – dort, wo sich Architektur und Stadt am dichtesten und am längsten ausdrücken.

St. Gallen Ost: Mehr als die Summe von Einzelnen

Ort für Transit, Produktion, Einkauf oder Wohnen:  St. Gallen Ost hat viele Seelen, je nach Nutzer. Die  einst mal getrennten Dörfer von St. Fiden, Heiligkreuz und Krontal sind immer näher gewachsen, die Grenzen wurden verwischt. Das neu entstandene Stadtgebiet hat noch keinen Namen und die Aufzählung seiner  Ortschaften reicht nicht mehr, um die aktuelle  Situation zu definieren. Liegt hier eine neue Stadtidentität vor oder ist eine im Entstehen? animata.ch geht zusammen mit ihren Gästen auf einer Stadtrallye mit dem Fotografen Philipp Funke, der tagelang das Gebiet bewandert hat.

Bildnachweis: Philipp Funke

Eintritt 10.– / Mitglieder gratis

Architektur im Film – Having a Cigarette with Álvaro Siza

Einführung durch Iain Dilthey, Regisseur, Berlin

Di 20. März 2018, 20 Uhr im Kinok

«Architects don’t invent anything, they just transform reality.» — Álvaro Siza

One of the 20th century’s most iconic architects, Álvaro Siza is a Prizker Prize winner, socialist and passionate smoker.

The director does what possibly all of us would like to do with a person whom we esteem and are  intrigued by. He listens and observes. With caution and respect. For an indefinite amount of time. One or more days with a great contemporary architect. Time dilates through the film following his  thoughts. His pauses. His lucid, poetic rigor. It’s the life running through his works. It’s the answers to the questions posed by a profession that has so much to do with the lives of people.  With history. With the evolution of the community. One speaks about social housing, of needs, of the differences between places, and of mutual influences. And it seems like there is nothing left to add.

Regie: Ian Dilthey, PO 2016, por, deut. UT 53′

Trailer

Weitere Vorführung: 28. März 2018, 18.30 Uhr

Eintritt 16.– / Mitglieder AFO 11.–
Reservation: T 071 245 80 72, www.kinok.ch

Veranstaltungssponsor:
Domus
Xella

Einladungskarte März

«Eine Stadt ist wie eine Wohnung»

Die Beleuchtung der Innenstädte ist auf viele einzelne Objekte ausgerichtet, oftmals kommt dabei der städtische
Raum zu kurz. Ein Plädoyer von Lichtplaner Charles Keller für eine lebendige Beleuchtung, die den Schatten nicht scheut.

17.03.2018 von Andrea Wiegelmann

Grosszügig und hell sind die Büroräume in der oberen Etage einer ehemaligen Stickerei in St.Gallen. Der offene Charakter steht dabei sinnbildlich für Charles Keller, Gründer von Charles Keller Design, dessen Offenheit und Neugierde weit über seinen Beruf hinausführt und doch auch immer wieder zu ihm zurück. Und so gerät das Gespräch über die Beleuchtung des städtischen Raums zu einem Austausch über unser Verhältnis zu Raum und das  Verständnis von Stadt, um in präzisen Vorschlägen für die Beleuchtung unserer Innenstädte zu münden.
Charles Keller ist Generalist. Nach einer Ausbildung als Flugzeugspengler hatte er an der Zürcher Kunstgewerbeschule Produktgestaltung unter anderem bei Willy Guhl studiert. Das Zusammenspiel der Disziplinen begleitet Keller von Anfang an. Und so verwundert es nicht, wenn er fordert, dass Stadtbeleuchtung genauso geplant werden solle wie jede andere Planungsaufgabe auch. Bei seinem Entwurf für die Beleuchtung der Zürcher Bahnhofsstrasse von 2010 etwa habe er den Architekten und langjährigen Weggefährten Daniele Marques und den Künstler Andreas Schiess hinzugezogen. Eine Weihnachtsbeleuchtung sei eine emotionale Angelegenheit – eine Festbeleuchtung, die als solche gestaltet werden müsse. Die Komposition der Elemente ist für Keller bei der  Beleuchtung im öffentlichen Raum entscheidend, ebenso der Umgang mit dem jeweiligen Ort. Dies scheint  selbstverständlich, ist es aber vielfach nicht. «Die innerstädtische Beleuchtung produziert zu viele Reize, darüber geht der Raum verloren.»

Den öffentlichen Raum mit Licht gestalten

Wer das Luftbild des nächtlichen St.Gallens von vergangener Woche vor Augen hat, der weiss, wie sehr die Innenstadt ausgeleuchtet ist (Ausgabe vom 7. März). Keller kritisiert daran, dass der öffentliche Raum unter der alleinigen Ausrichtung auf kommerzielle Aspekte leide, denen andere Interessen untergeordnet sind. Das sei auch bei der momentanen Diskussion um die Möblierung des St.Galler Marktplatzes zu spüren. Wenn man dort die Marktstände stationär ausführe, dann sei der Marktplatz Geschichte. Man müsse sich fragen, braucht es wirklich stationäre Stände. Kellers Position dazu ist klar: «Ein Markt hat Räder und Füsse.» Seine Stadt könne auch durch Poesie überzeugen und nicht nur Auch bei der Beleuchtung stehe heute das jeweilige Interesse  am einzelnen Objekt im Fokus und nicht nur der Stadtraum.
Am Abend sind beispielsweise einzelne Fassaden und Schaufenster derart ausgeleuchtet, dass die jeweiligen Orte gar nicht mehr wahrgenommen werden können. Hinzu komme, dass man in der Planung mit einem Übermass an Vorschriften konfrontiert sei. Diese berücksichtigen jedoch nicht die jeweilige Situation, sondern argumentieren oftmals einzig über technische Richtwerte oder Lichtfarben und schaffen Reglemente, die die Gestaltung des Raums nicht beachten. Der gebürtige St.Galler erklärt es so: «Es gibt immer mehr Lichtquellen, es gibt  spezielle Apparate, die das Licht gezielt dorthin werfen, wo man es braucht. Das sind für  mich, vergleichbar für einen Organisten, die Register. Man sollte dem Organisten nicht die  Register zukleben.» Und so fordert er: «Die Beleuchtung ist immer vom spezifischen Ort aus zu denken, ihn möchte man mit dem Licht zur Geltung bringen.»

Den Stadtraum als Wohnung denken

Bei der Lichtführung soll der Charakter des Ortes geachtet werden. Ähnlich hat es Urs Etter, Leiter Öffentliche Beleuchtung bei den St.Galler Stadtwerken, in dieser Zeitung formuliert. Doch was heisst das eigentlich? Charles Keller erklärt dazu, dass der städtische Raum aus Strassenräumen besteht, gebildet durch Häuser unterschiedlicher Epochen. Eine Strasse könne nachts einen ebenso vielfältigen Eindruck erzeugen wie am Tag. Dabei spiele die Verteilung des Lichtes eine wichtige Rolle, ebenso die unterschiedlichen Beleuchtungszyklen und -arten.
Die Lichtführung ist entscheidend, die Frage, was ist hell und was ist dunkel. «Es ist wie in unserer Wohnung», sagt Keller, «da ist auch nicht alles gleichmässig ausgeleuchtet, es gibt die Leselampe, und darum gibt es Schatten.» Bei der  Gestaltung des abendlichen und nächtlichen Stadtraums müsste man sich fragen,
wo kann es hell, wo dämmrig sein, welche Beleuchtungssituation ist für uns behaglich. Zum Licht gehört der Schatten, verschwindet er aus der abendlichen Stadt, verschwinden deren Konturen. Keller arbeitet mit diesen Konturen und erzählt: «Einmal machte ich etwas «Verbotenes » in St.Gallen. Ich bestrahlte die Stiftsbibliothek, ein sehr schönes, einfaches Barockgebäude, sachte aus dem Boden.
Dies ist heute kaum mehr möglich – da Leuchten aus Gründen der  Lichtverschmutzung nicht von unten in den Himmel strahlen dürfen.» Für die Fassade der Bibliothek sei es jedoch die richtige Beleuchtung. Für Keller ein weiterer Beleg, das generelle Verbote nicht der richtige Weg sind. Würde in den Innenstädten mit wenig und bewusst gesetzten Beleuchtungen operiert, dann wäre viel mehr erreicht als mit pauschalen Geboten und Verboten.
Überhaupt sei weniger oftmals mehr. Eine ganz wunderbare Beleuchtung ist für Keller – der im vergangenen Jahr die Innenbeleuchtung der St.Galler Stiftskirche neu gestaltet hat – das Licht, das durch Fenster in den Stadtraum fällt. Bei der Stiftskirche erzählen die hellen Fenster etwas über ihr Inneres. Die Beleuchtung dagegen, die vielerorts bei Nacht Kirchenfassaden überstrahlt, lässt die Fenster dunkel und schweigend.
Fenster seien aber extrem wichtig, sagt Keller. Sie zeigten den Tagesverlauf des Hauses im Aussenraum und erzählten die Geschichten der Bewohner. Werde der Raum überblendet, dann seien diese Geschichten nicht lesbar und der nächtliche Stadtraum verliere an Kontur. Dabei ist Lichtplaner Keller überzeugt: «Beleuchtung kann auch überraschen und bezaubern» und kommt auf seine Eingangsfeststellung zurück: «All diese Fragen haben mit Gestaltung zu tun und nicht mit  Beleuchtungsstärken.»

 

Bilder: Benjamin Manser

Wohnen – Brennpunkt Ostschweiz

Christian Wick, Architekt, St.Gallen / Hansueli Rechsteiner, Stadtbaumeister, St.Gallen / Kathrin Hilber, ehemalige  Regierungsrätin, St.Gallen / Moderation Jean-Daniel Strub, Ethiker, Zürich

Mo 5. März 2018, 19.30 Uhr im Forum

Bildnachweis: Christian Wick

«Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten.» Hans-Friedrich Bergmann (*1934)

Die Ostschweiz liegt nicht im Zentrum der boomenden Regionen. Die Leerwohnungsziffer ist weit über dem Schweizer Durchschnitt und hat damit den schlechtesten Wert vergleichbarer Schweizer Städte. Das war nicht immer so! Was ist heute anders? Was machen wir «falsch»? Was können wir als Architekten, als Politiker und als Behörden daraus lernen und zur Verbesserung beitragen?

Mit einem Überblick zur aktuellen Immobilienentwicklung in der Ostschweiz, wird der Frage nachgegangen, welches die Treiber einer Entwicklung der Region sind, und wie im globalen Umfeld eine prosperierende Zukunft möglich ist.

Mit dem Rückblick auf die Geschichte und raumplanerische Studien, werden wichtige Ansätze zur Entwicklung hergeleitet. Es werden Aspekte aufgezeigt, wie sich die Stadt und Region mit ihren bestehenden Qualitäten und Unterschiede weiter entwickeln kann.

Eintritt 10.– / Mitglieder gratis

Einladungskarte März