Architektur Forum Ostschweiz

Monatsarchive: August 2013

ArchitekTour

Kopenhagen

Mi 28. August bis So 1. September 2013

Schauspielhaus Kopenhagen

Die Kleine unter den Grossen: Kopenhagen ist eine Stadt voller Gelassenheit und Beschaulichkeit.
Die Hauptstadt des Königreiches Dänemark, des ältesten der Welt, ist die facettenreichste Grossstadt Skandinaviens und eine wichtige Kulturmetropole in der Region. Auch wenn sie keine Weltstadt ist, bietet Kopenhagen eine bunte Mischung aus Kunstmuseen, ausgefallenen Geschäften, Spitzenrestaurants und Szenekneipen. Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde, findet man überall im Zentrum Prachtbauten aus der Ära König Christian IV. – die einmalige Warenbörse, den kuriosen runden Turm sowie zahlreiche Schlösser. Hier ist alles überschaubar, was man nicht bequem zu Fuss erreichen kann, erreicht man in kurzer Zeit per Velo, Bus oder Metro. Malerische Kanäle durchziehen die Altstadt, vor allem in Christianshavn. Aber nirgendwo ist Kopenhagen lebendiger als am Nyhavn, einem kleinen Stichkanal, der im 17. Jahrhundert als Hafenerweiterung angelegt wurde und den heute eine bunte Kneipen- und Restaurantzeile säumt.

Kosten für Mitglieder 1250 Fr (Nichtmitglieder 1350 Fr),
inklusive Flug mit Swiss, Hinflug: Mi 28.8.2013, 17.25–19.15 Uhr,
Rückflug: So 1.9.2013, 14.45–16.35 Uhr
4 Übernachtungen mit Frühstück im Hotel Wakeup Copenhagen (www.wakeupcopenhagen.com) im DZ (EZ-Zuschlag: 200.–),
Velomiete 2 Tage, ÖV, Führungen und Eintritte

Das Detailprogramm ist in Bearbeitung und wird den Teilnehmern bei der Abreise abgegeben. Teilnehmerzahl min. 18, max. 23 Personen.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Versicherung und ggf. Reiserücktrittsversicherung sind Sache des Teilnehmers. Änderungen bleiben vorbehalten.
Anmeldung mit vollständigen Angaben (s. Anmeldekarte unten) bis 10. Mai 2013 an kopenhagen@nulla-f-o.ch oder per Fax an 071 223 49 74

Veranstaltungssponsor: domus, Republic of Fritz Hansen

Anmeldekarte ArchitekTour Kopenhagen (ausgebucht)

KABE Architekturvorträge 2013 – Polychromie Le Corbusier

Maria Zurbuchen-Henz, Architektin, Lausanne

Mo 26. August 2013, 16.00 Uhr, Lokremise, St.Gallen

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Die Karl Bubenhofer AG lädt Architekten und Farbeninteressierte zum KABE Architekturvortrag 2013 in die Lokremise, St. Gallen, ein.
Maria Zurbuchen-Henz, dipl. Architektin ETH BSA SIA und ehemalige Assistentin von Arthur Rüegg, bringt anhand eines geschichtlichen Abrisses und konkreter Objektbeispiele die Einzigartigkeit und Faszination der Corbusier-Farbtöne näher.
www.kabe-farben.ch

Anmeldung mit Angabe des Namens, der Adresse und der Personenzahl bis 21. August 2013 unter: baubuero@nullkabe-farben.ch
Teilnehmerzahl beschränkt. Die Anmeldung wird von KABE-Farbenper E-Mail bestätigt

Einladungskarte August

Tage des Denkmals – Beleuchtung am historischen Bauwerk

Vortrag von Gallus Zwicker, Lichtgestalter, St.Gallen

Mo 26. August 2013, 19.30 Uhr im Forum

Villa Chruezacker, Zwicker Licht

Licht dient als wesentliches Element der Architektur. Dadurch muss die Beleuchtung beim Erhalt des kulturellen Wertes und der geschichtlichen Identität eines Denkmals berücksichtigt werden. Die Kunstlichtplanung im historischen Bauwerk zielt auf die Authentizität der Lichtführung und der Beleuchtungskörper ab. www.zwicker-licht.ch

In Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege im Rahmen der Europäische Tage des Denkmals

7./8. September 2013
www.hereinspaziert.ch

Einladungskarte August

Neuer Geist im alten Kleid

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Durch eine sorgfältige Sanierung konnte die St. Galler Primarschule Feldli für heutige Anforderungen ausgerüstet werden und ihren ursprünglichen Charakter dennoch bewahren.

 

15. August 2013 von Gerhard Mack

 

Die Primarschule Feldli ist ein Juwel: Mitten im St.Galler Sömmerli- Quartier bietet sie eine Oase des kreativen Lernens. Vier längliche Riegel lagern sich schützend um einen Hof wie die Häuser eines Dorfes um den zentralen Platz. Der Haupttrakt nach Norden, etwas tiefer zwei Quader nachWesten und Osten. Und weiter unten als südliche Begrenzung des Hofes die Turnhalle und der Kindergarten. Jeder Trakt hat seinen eigenen Charakter, alle sind sie in denselben klaren Formen aus wenigen Materialien gebaut. Die Querwände sind aus Backstein, dazwischen ziehen sich Bänder aus Betonbrüstungen und Fenstern. Die schmalen weissen Holzrahmen verströmen mit dem Rot der Mauern unbeschwerte Heiterkeit. Die flachen Dächer und die verglasten Zugangstreppen lassen eher an sommerliche Pavillons als an Schulbauten denken. Hier hört man morgens Kinder lachen.

Jedem Schulzweig sein Gebäude
Dass die Kinder dieses Idyll heute erleben können, verdankt sich einer ungewöhnlichen Entscheidung und der Hartnäckigkeit eines Architekten. Denn die Schule war in die Jahre gekommen. Sie wurde 1957 eröffnet und entsprach längst nicht mehr dem, was heute von einer solchen Anlage erwartet wird: Lehrpläne erfordern Gruppenräume, die Schule muss behindertengerecht und technisch auf  dem neusten Stand sein. Beim Energieverbrauch erwartet die Stadt die Erfüllung des Minergie-Labels, und Erdbebensicherheit sollte ebenfalls nach heutigen Massgaben gewährleistet sein. Eine Sanierung in den Neunzigerjahren hatte manches eher verschlimmert als verbessert. Also vergab die Stadt St. Gallen Mitte der Nullerjahre Studienaufträge für eine grundsätzliche Erneuerung der Anlage.
Dabei war der Bauherrin die baugeschichtliche Bedeutung der Schule bekannt. Sie sollte ins Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt St. Gallen aufgenommen werden. Nicht nur, weil der Architekt ein St. Galler war. Eduardo Del Fabro war in der ganzen Schweiz ein wichtiger Vertreter des Neuen Bauens, der sich bald auf den Schulhausbau mittels niedriger Pavillons spezialisierte, wie sie für die 1950er Jahre typisch waren: Im Feldli erhielt jeder Schulzweig sein eigenes Gebäude, die Kinder konnten ihre ersten 15 Lebensjahre als einen Umzug von einem Gebäude ins nächste erleben. Die Bauten waren wie Lebensstationen.

Bestehende Räume neu nutzen
Als einziges Büro des Wettbewerbs schlug der St. Galler Andy Senn 2006 vor, den erweiterten Raumbedarf in den bestehenden Räumen und die gestiegenen technischen Anforderungen unter Erhaltung der historischen Substanz der Anlage zu erfüllen. Dass die Jury sich für ihn entschied, kam einem Manifest gleich: In der Stadt mit dem Weltkulturerbe Stiftsbezirk wurde die Erhaltung eines baugeschichtlichen Zeugnisses der Moderne so ernst genommen, dass man versuchen wollte, die notwendige technische Aufdatierung in der ursprünglichen Struktur durchzuführen.
Möglich gemacht wurde das durch einen unvoreingenommenen Blick auf das Potenzial des Gebäudes und die Anforderungen der Bauherrin. Das begann beim Raumprogramm. Warum muss man einen erhöhten Raumbedarf mit Neubauten befriedigen? Könnte man nicht auch die bestehenden Räume neu nutzen? fragte Andy Senn und fand eine Fülle von Möglichkeiten: So wurde die ehemalige Schulküche in eine Aula umfunktioniert, aus dem Andachtsraum wurde eine helle Bibliothek. In der alten Hauswartwohnung hat die Schulleitung ihre Räume  gefunden.Wo einmal neben dem Eingang zum Nordtrakt der Hort war, haben heute die Lehrer ihr Zimmer. Und vor allem sind die Gruppenräume multifunktional benutzbar.

Isolierglas statt Doppelglas
Diese konzeptuelle Neuausrichtung bewährt sich nicht nur heute, wo auch die Feldli-Primarschule einen Schülerschwund zu beklagen hat. Sie erleichterte vor allem den Umgang mit der historischen Bausubstanz bei der technischen Aufrüstung der Anlage. Minergie-Standard war seitens der Stadt Voraussetzung, Andy Senn erreichte die Drosselung des Energieverbrauchs aber auf eigene Weise. Minergie ist ein privates Label der Bauwirtschaft, das den Verkauf von Dämmprodukten und heiz- technischen Anlagen fördert und dort die Stimmigkeit von Bauten zerstört, wo seine Verfahren ohne Bezug zum spezifischen Ort reflexhaft angewendet werden. Eine der Qualitäten der Sanierung der Feldli-Schule ist es, dass sie vorführt, wie man durch einen Dialog mit dem spezifischen Gebäude auf andere Weise genauso gut Energie sparen kann. Statt die Glasfronten durch dicke Kunststoff- oder Metallrahmen zu ruinieren, liess Senn die inneren Scheiben der Doppelverglasung durch Isolierglas ersetzen und von Schreinern fachgerecht einfügen. Die äussere Schicht blieb erhalten und bewahrt mit ihrem gezogenen Verlauf die Gebäude vor der blauen Spiegelung heutigen Glases. Zur Einsparung von 50 Prozent des Energieaufwandes trugen ebenso die Isolierung der Fensterbrüstungen und Flachdachdecken bei. Die Lüftung, die das Minergielabel zwingend vorschreibt, ohne dass ihr Sinn erwiesen ist, wurde in bestehende Einbau- möbel integriert.

Statischer Verbund
Die technische Aufrüstung der Schulräume gelang ohne Veränderung des Gesamt- eindrucks. Sogar Lifte liessen sich einbauen. Am spektakulärsten ist sicherlich der Eingriff zur Erhöhung der Erdbebensicherheit im Westtrakt, dessen Decken an vier Stellen auf unverbundenen Querwänden aufliegen. Statt nun Fensterbänder zuzubetonieren, wie dies ein Statiker vorgeschlagen hatte, entwickelte der Ingenieur Jürg Conzett ein System aus zwei vertikalen Betonplatten an der äusseren Stirnseite, Betonzügen im Keller und Verbindungen zwischen Wänden und Decken in den  betroffenen Schulzimmern. So entstand ein statischer Verbund, der die Kräfte auch bei maximaler Erschütterung ableitet. Diese Verbindungsstücke sind vom Künstler
Michel Pfister als schuhartige Objekte gestaltet. Eine beispielhafte Verbindung von Ingenieurstechnik und Kunst am Bau!

Aufgefrischt und ergänzt
Sensibilität für das Gebäude äussert sich auch im Materialbewusstsein: Wo Back- steine ausgewechselt werden mussten, wurden solche mit ähnlicher Lebendigkeit
verwendet. Vorhandenes Mobiliar hat man ebenso aufgefrischt und ergänzt wie die Türblätter mit ihrer einzigartigen Beschichtung, wie Garderoben und Brünneli, Terrazo-Böden und Pavatex-Deckenverkleidungen in den Treppenaufgängen. Die Beleuchtung ist mit neu entwickelten Punktlichtern an den ursprünglichen Zustand angenähert. Die Turnhalle erhielt ihre Südwand aus Glasbausteinen und klappbaren Holzfenstern zurück, die in den Neunzigerjahren durch zeitfremde Materialien ersetzt worden waren. Subtiler, überzeugender kann ein Manifest für sachgerechten Umgang mit historischen Bauten nicht werben.

 

Bilder: Hanspeter Schiess

Museumsnacht – Oben durch – Unten durch

Städtische Ausstellung, Installation von Andrea Vogel

Sa 7. September 2013, 18–01 Uhr im Forum, mit Barbetrieb

Andrea Voegel

Nastro segnaletico nennt man das rot-weisse Absperrband in Italien, das wichtiger Bestandteil von Andrea Vogels Installation im Ausstellungsraum des Architekturforums Ostschweiz ist. Auf dieses ungewöhnliche Material ist die 1974 geborene Künstlerin während ihres letztjährigen Atelieraufenthaltes in Rom gestossen. Das schmale Band lässt nichts Gutes erahnen. Blutrot und kreideweiss gestreift signalisiert es: Achtung Gefahr, kein Durchgang, Vorsicht Hindernis. Das rot-weisse Absperrband markiert auf der ganzen Welt Bereiche, die man besser nicht betreten sollte. Während ihres Atelieraufenthaltes in Rom im Winter 2012 fand die St. Galler Künstlerin Andrea Vogel gleich eine ganze Rolle davon und begann fasziniert, mit dem Material zu experimentieren. Sie bediente sich dabei der Technik des Webens, mit welcher sie sich schon während ihrer Ausbildung zur Textilentwerferin beschäftigt hatte. Die verwebten Plastikbänder verwendet Andrea Vogel nun, um in einer raumgreifenden Installation die ambivalente Bedeutung von Grenzziehungen erfahrbar zu machen. Grenzen können trennen und ausgrenzen – Grenzen zu setzen und die eigenen Grenzen zu spüren, ist jedoch auf der individuellen Ebene unerlässlich. Grenzen machen aber auch neugierig, weil man wissen möchte, was sich jenseits davon befindet und haben für jene, die sie überschreiten, den Reiz des Verbotenen.

23–01 Uhr

Konzert KLANGFORSCHER Live in Installation

Ticket 20.– für Eintritt in alle beteiligten Museen und Shuttlebusse
www.museumsnachtsg.ch

Ausstellung: 6. bis 29. September 2013
Öffnungszeiten: Di–So, 14–17 Uhr

Nenn mich nicht Stadt – Künstlerische Positionen zur Urbanität heute

Ausstellung des Kunstmuseums St. Gallen in der Lokremise

17. August – 10. November 2013, Mo – Sa 13 – 20 Uhr, So 11 – 18 Uhr in der Lokremise St.Gallen

Altötting, Hamburg, Berlin, New York, São Paulo… Nenn mich nicht Stadt! Der Titel der thematischen Ausstellung, einem grossformatigen Gemälde des in Berlin lebenden Künstlers Franz Ackermann (*1962) entliehen, mag Ausdruck sein für die Sehnsucht nach einer andern Welt jenseits der überbordenden Signaletik urbaner Metropolen, der ausufernden Megacities, des Unterwegs Seins zwischen politischen und ökonomischen Zentren, der Erfahrungen von Rast  und Ortlosigkeit in einer globalen Welt. Vielleicht ist Nenn mich nicht Stadt! auch Bekenntnis zur metropolitanen Wucherung, ein sachliches Registrieren des Existierenden, eine Phantasie zum Spektakel grenzenloser Urbanität? Oder ein Essay zum Fremdsein im grossstädtischen Umfeld?

Die Ausstellung findet bewusst in der Lokremise statt, einem Brennpunkt der Stadtentwicklung mitten in St.Gallen. Dennoch will die Ausstellung inhaltliche Fragestellungen nicht illustrieren, sondern künstlerisch Position beziehen zu aktuellen Diskursen. Im Zentrum stehen Werke, die im räumlichen Dialog miteinander um Themen wie Urbanismus und deren existentielle Dimensionen kreisen: Nenn mich nicht Stadt! – ein visueller Diskurs zur Stadt von heute.

Kurator Konrad Bitterli

Eintritt 5,–/ Kombiticket Lokremise und Kunstmuseum 14,–
Freier Eintritt für Mitglieder des Kunstvereins St.Gallen

www.kunstmuseumsg.ch

Öffentliche Führungen

So 18. August, 13 Uhr mit Konrad Bitterli, Kurator
Di 27. August, 18.30 Uhr
So 13. Oktober, 13 Uhr
So 10. November, 13 Uhr mit Bettina Wollinsky, Kunstvermittlerin

Kunst über Mittag

Fr 4. Oktober, 12.30 Uhr mit Bettina Wollinsky, Kunstvermittlerin

Stadtspaziergänge

Treffpunkt in der Lokremise

Di 3. September, 19 Uhr
Helen Bisang, Raumplanerin, Leiterin des Stadtplanungsamts St.Gallen
Doris Königer, Architektin, Mitglied des Stadtparlaments St.Gallen

Di 10. September, 19 Uhr
Werner Binotto, Kantonsbaumeister St.Gallen
Edgar Heilig, Kunsthistoriker, St.Gallen

Di 17. September, 19 Uhr
René Hornung, Journalist St.Gallen
Ulrich Vogt, Architekt und Kurator Zeughaus Teufen

Di 24. September, 19 Uhr
Katrin Eberhardt, wissenschftliche Mitarbeiterin der städtischen Denkmalpflege
Peter Roelllin, Kunstwissenschaftler

Vortragsabend

Mo 21. Oktober, 19 Uhr in der Lokremise
mehr Infos

Stadtspaziergänge und Vortragsabend werden organisiert in Kooperation mit dem Architektur Forum Ostschweiz und dem Stadtplanungsamt St. Gallen