Architektur Forum Ostschweiz

Jahresarchive: 2013

Das Architektur Forum Ostschweiz wünscht schöne Weihnachtstage und alles Gute für das neue Jahr.

Am 3. Februar starten wir mit unserer neuen Veranstaltungsreihe zum Thema „Experiment“.

Wir freuen uns auf ein Jahr voller Entdeckungen. Bis im Februar!

Ausstellung – Material und Handwerk

Jahresabschluss

Mo 16. Dezember 2013, 19.30 Uhr im Forum

  • Fischhaut-Philipp_Kuntze
  • Flüssigmetall-Philipp_Kuntze
  • Platane_geräuchert-Philipp_Kuntze

Zeit und Kosten sind die zentralen Faktoren unserer Umgebung. Auch im Innenausbau prägen diese zwei Schlagwörter die Optik, Haptik und Qualität. Schnell muss alles fertig sein und das Budget darf nicht überschritten werden. Diese Haltung fördert die Verwendung von Materialien, die schnell zu verarbeiten sind, keine Unregelmässigkeiten zulassen und Garantiearbeiten ausschliessen. Das Resultat ist, dass wir unseren Alltag in der Umgebung von kontrastlosem Kunstlicht, Tischen mit Kunstharzabdeckungen oder Oberflächen mit
Kunststoff verbringen. Die reiche Handwerkskultur und die einzigartigen Materialien und Oberflächen gehen verloren. Doch gibt es geschichtsträchtige Materialien, handwerkliche Geschicke und neue Technologien, die den Produkten eine Geschichte geben und den Wert sichtbar machen.

Einführung in die Ausstellung – Philipp Kuntze, Innenarchitekt

Im Anschluss an die EInführung sind alle Besucher herzlich eingeladen, bei einem feinen Kündig Käsefondue und einem Glas Weisswein das Forumsjahr ausklingen zu lassen.

Einladungskarte Dezember

Ein grüner Mocken erinnert an die Natur

  • Heckenkoerper_01_
  • Heckenkoerper_02_
  • Heckenkoerper_03_
  • Heckenkoerper_04_
  • Heckenkoerper_05_
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  • Heckenkoerper_07_

Hinter der St.Galler Empa hat der Bildhauer Jürg Altherr eine bewachsene Skulptur geschaffen. Sie ist auch ein vorbildliches Beispiel für die Gestaltung von Landschaft.

 

14. Dezember 2013 von Gerhard Mack

 

Wer beim Discounter Lidl in St.Gallen-Bruggen einkaufen geht, schaut auf ein merkwürdiges Gebilde: Neben der Empa liegt ein riesiges Metallgerüst im Grünen, das fast ganz von Hagebuchenhecken überwuchert ist. Im Frühling machen die Blätter es undurchdringlich, im Herbst wird das kahle Geäst mit seinen vielen spitzen Zweigen zum Ausdruck von Abwehr und Kargheit. Der
Bildhauer Jürg Altherr hat diese Struktur realisiert, als die Empa nach Entwürfen des Architekten Theo Hotz gebaut und Geld für Kunst am Bau bewilligt wurde. Wer sie sieht, empfindet sie als einen Fremdkörper. Gerade weil sie autistisch ist, gibt sie an diesem Ort ein gelungenes Beispiel für den Umgang mit Natur, wie es sie in der Landschaftsarchitektur nicht allzu oft gibt. Warum?

Kunst als Resteverwerterin
Zunächst einmal spürt man, dass da jemand am Werk war, der in grösseren landschaftlichen Bezügen denkt. Jürg Altherr ist auch ausgebildeter Landschaftsarchitekt. Er hat seinen Heckenkörper ganz präzise für das Stück Stadtrand entworfen, das ihn umgibt. Dieses besteht aus einer diffusen Ansammlung verschiedenster Elemente, wie man sie oft an Einfallstrassen mit ihren ungeplanten Wechseln aus Gewerben und Wohnbauten findet. Am Horizont besetzen Öltanks den Hang. In unmittelbarer Nähe schliessen
die Bauten des St.Galler Tagblatts das Gelände ab. Nach Westen liegen Gewerbehallen. Eine ehemalige Brache wird inzwischen vom Discounter besetzt. Gegenüber ist eine Wohnüberbauung. Keines dieser Objekte hat miteinander zu tun. Sie alle entstanden auf einer Wiese, von der noch ein schmaler Streifen Rietgras mit einem Bach übrig geblieben ist, der die Parzelle
begrenzt.
Die Skulptur sitzt auf einem Teil dieses grünen Restes, der vom Architekten nicht gebraucht wurde. Kunst ist da Resteverwerterin. Vielleicht  hat man gedacht: Lieber eine Skulptur als noch mehr Parkplätze. Aber der Heckenkörper zieht gerade aus dieser Verlegenheit einen Teil seiner Kraft: Er
dehnt sich bis an die Ränder dieser unbrauchbaren Fläche und macht sie zu einem Statement: Kunst ist das, was sich der allgemeinen Verwertung entzieht, das ideellen Raum schafft, um über das Selbstverständliche nachzudenken,
das unser Zusammenleben bestimmt. Altherr bringt das mit der Fremdheit seines Heckenkörpers zum Ausdruck. Dieser ist ganz nach innen gewandt,
implodierte Energie, die das Konturlose des Umlandes abstrahlt und spürbar macht. Natürlich tritt die Skulptur auch in Dialog mit der Umgebung: Die in den Himmel ragenden Türme der Empa erhalten eine horizontale Dimension. Der Heckenkörper beschreibt im Grundriss einen verlängerten Kreisbogen und misst in seiner längsten Ausdehnung siebzig Meter, an der breitesten Stelle ist  er fünfzehn Meter tief. Das ergibt eine stattliche Fläche. Die Struktur  aus Metallprofilen vermeidet rechte Winkel. Die Begrenzung, die von den oberen Trägern markiert wird, fällt von sieben auf anderthalb Meter ab. Die Schräge, die Bogenform treten der klaren Gestalt des Stadttors entgegen, die der  Architekt für seinen Entwurf gewählt hat. Vor allem setzt der Künstler der transparenten Stahl-Glas-Architektur wucherndes Dickicht zur Seite.

Nichts bleibt gleich
Architektur und Skulptur haben traditionell gemeinsam, dass sie nach ihrer Fertigstellung unverändert bleiben. Sie trotzen soweit möglich der Zeit. Die Natur kennt den Wechsel, sie gibt uns mit ihren Jahreszeiten unseren Lebensrhythmus vor und wuchert, wo ihr keine Begrenzung gesetzt wird. Jürg Altherr bringt dieses Zusammenspiel aus fester Struktur und Wildwuchs in seinem Heckenkörper zusammen. So klar das Gerippe aus Metallprofilen ist, so frei entfalten sich die Hagebuchen im Innern.
Die Einbeziehung der Natur gibt der Skulptur eine zeitliche Dimension. Die Hecken wachsen. Als das Werk 1998 aufgestellt wurde, waren sie kaum mehr als ein bodennahes Gebüsch in einem offenen Käfig. Heute haben sie an vielen Stellen die Ränder der Metallstruktur erreicht. Sie verändern den Körper und unseren Blick darauf. Das fast zeichnerische Metallskelett tritt zumindest in der belaubten Jahreszeit fast ganz zurück. Körperhohe Röhren, die der Künstler als eigene Räume hineingehängt hat, bleiben wie geheime Kammern gänzlich unsichtbar.
Umgekehrt erlaubt die Skulptur aber auch, die Natur besser wahrzunehmen. Diese entwickelt ihre Formen nach den genetischen Vorgaben der Pflanzen im
Zusammenspiel von Boden und Klima und folgt einer anderen Logik als die Ingenieurskunst. Vor allem aber beanspruchen Pflanzen andere Zeitrhythmen und eine andere Dauer. Nichts bleibt gleich. Wachstumsprozesse verlaufen
nicht linear.

Disziplinierte Vegetation
Das bedarf einer spezifischen Wachsamkeit und einer dauernden Pflege. Jeder Hobbygärtner weiss, dass er zu seinem Garten Sorge  tragen muss. Diese Notwendigkeit der Zuwendung macht der Heckenkörper Jürg Altherrs unmittelbar deutlich. Mag sein, dass die Hecken robust sind und mit Regenwasser auskommen. Sobald sie die Metallstruktur überwachsen, muss jedoch entschieden werden, ob sie gestutzt werden sollen, damit das Widerspiel aus fester Form und Veränderung sichtbar bleibt. Man kennt das aus französischen Parkanlagen und ihren zugeschnittenen Bäumen.
Sowohl Pflege wie Langfristigkeit stehen quer zu unserer Zeit des schnellen Konsums. Sie kennzeichnen darüber hinaus einen spezifischen Umgang mit der Natur. Die Vegetation wird im Heckenkörper diszipliniert, ihr Wachstum wird auf eine Form begrenzt, ihr aber nicht untergeordnet. Das braucht Geduld. Der
Künstler nimmt sich zurück und lässt der Natur über viele Jahre ihren Lauf.

Landschaft erfinden
Diese Autonomie entspricht nicht dem, was Landschaftsarchitektur landläufig bietet. Sie ist weit von der Gestaltung von Rabatten und der Pflanzung von Bäumen entfernt. Altherrs aufquellender Saucisson steht in Widerspruch zur Allerweltsverhübschung von Parks und Plätzen, zu der Landschaftsgestalter
oft Hand bieten müssen. Seine Intervention lässt das Ungezähmte der Natur anklingen, das wir in unseren postindustriellen Gesellschaften nur mehr aus den Katastrophenmeldungen kennen. Sie ist selbst ein Stück Landschaft  geworden und macht damit sichtbar, worüber wir sonst hinwegschauen: Auf der anderen Strassenseite liegt hinter dem Empa-Gebäude eine Wiese. So offen, so frei nimmt man Graslandschaften selten wahr wie im Widerspiel mit dem Mocken aus Grün. Landschaft so zu erfinden, dass wir sie sehen können, ist eine der vornehmsten Aufgaben ihrer Gestalter.

 

Bilder: Hanspeter Schiess

Stoffliches – Architektur ist Erinnerung

Quintus Miller, Architekt, Basel

Mo 2. Dezember 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Unsere Wahrnehmung gelangt durch Assoziation mit unseren Erinnerungen in unser Bewusstsein und wird zur bedeutungsbehafteten Realität. Diesen kognitiven Prozess des Betrachters kann man beim Entwerfen antizipieren, um den gedachten neuen Ort in das kollektive Bewusstsein einzubinden. Es entsteht dabei der Versuch, ihn in der heimatlichen Vertrautheit anzusiedeln.

www.millermaranta.ch

Einladungskarte Dezember

Leichtfüssige Baukunst am Steilhang

  • Gutes Bauen Ostschweiz, Verbindung Plessur - Halde in Chur
  • Gutes Bauen Ostschweiz, Verbindung Plessur - Halde in Chur
  • Gutes Bauen Ostschweiz, Verbindung Plessur - Halde in Chur
  • Gutes Bauen Ostschweiz, Verbindung Plessur - Halde in Chur

Die Anlage der Kantonsschule Chur auf Halde und Plessur erhält durch ihr Verbindungsstück von Esch.Sintzel mit Treppe und Schrägaufzug ein Passstück der besonderen Art. Und einen Mehrwert, der sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann.

 

22. November 2013 von Marina Hämmerle

 

Ursprünglich verfolgte das kantonale Hochbauamt die Zusammenlegung der Schulen an einem Standort. Das von Andres Liesch entworfene Haus Cleric auf der Plessur, zuerst als Lehrerseminar angelegt, in Folge den Unterstufen der Kantonsschule dienlich, warin die Jahre gekommen. Ebenso nagte der Zahn der Zeit am Schulgebäude auf der Halde, von Max Kasper geplant und 1972 eröffnet. Dort häuften sich die Bauschäden, Handlungsbedarf war gegeben.

Widerstand gegen Abbruch
Zwei Wettbewerbe wurden unter dem damaligen Kantonsbaumeister um die Jahrhundertwende lanciert: ein Neubau für die Kantonsschule auf der Plessur und nebenan einer für eine Dreifach-Sporthalle mit Sportanlage. Aus beiden Unterfangen sollte nichts werden. Die zeitgemässen, wettkampftauglichen Sportstätten fanden keinen Widerhall in der Budgetplanung, andere Prioritäten
mussten gesetzt werden. Der Neubau Kantonsschule, dem zwangsläufig auch der Abriss der 1960/70er-Ikonen vorausgegangen wäre, rief Bürgertum, Architekten und Heimatschutz auf den Plan. Das gekürte Projekt von Daniele Marques verschwand nach der mehr als eindeutig negativen Volksabstimmung in der Schublade. Heute würde einer so gewichtigen Entscheidung wahrscheinlich eine Bürgerbeteiligung vorangestellt und die Interessenvertretungen wären im Vorfeld eingebunden – eine Errungenschaft des letzten Jahrzehnts.

Die damals schon erwogene Alternative der Sanierung beider Bauten wurde postwendend in Angriff genommen, wenngleich bei ungefähr identischen Baukosten diese weit höhere Betriebskosten nach sich ziehen würden. Baukulturelles Erbe sichern fordert auch hier seinen Tribut, damit verbundene Werte sind aber nicht in Franken aufzuwiegen. Jüngling und Hagmann schälten aus dem Kasper Bau das Beste heraus, auch Pablo Horvath behandelte
das Haus Cleric auf kluge, zurückhaltende Art. In Markus Dünner, seit 2002  Kantonsbaumeister, und seinem Team fanden sie die entsprechenden Bauherrenvertreter. Den passenden Entwurf zum notwendig gewordenen Verbindungsbauwerk ermittelte ein geladener Wettbewerb mit Präqualifikation.
Die Aufteilung der schulischen Disziplinen auf mehrere Häuser unterschiedlicher Höhenlagen macht den Schulbetrieb zu einem logistischen Sudoku und bringt in Spitzenzeiten der extra lang angesetzten Pausen ein paar hundert Schülerinnen und Lehrer in Bewegung. Steil und schmal ist das geplante Baufenster über die Strasse nach Arosa hinauf zur Kirche St.Luzi. Was die Architekten Philipp Esch und Stephan Sintzel, die als Sieger dieses  Wettbewerbs hervorgingen, in dieses Hangstück hineinimaginieren, gleicht
der gekonnten Schrittfolge eines eng umschlungenen Tangopaares.
Inspiration holten sie sich bei historischen Referenzen, insbesondere beim Wallfahrtsweg zum Santuario della Madonna di San Luca, ausserhalb Bolognas auf einem Hügel gelegen, einem Landmark von atemberaubender Schönheit. Besagter Wallfahrtsweg verkörpert eine hybride Typologie zwischen Haus und Weg und kommt dem nahe, was ihnen an diesem Ort und für diese Funktion
vorschwebte.

Prekär anmutendes Faltwerk
Den Schülern der Kanti wird einiges an Weg abverlangt, um vom Mathematikunterricht zur Klavierstunde oder zum Physikseminar zu gelangen – zwischen Halde und Plessur liegen rund 500 Meter Weglänge und einige Dutzend Höhenmeter. Umso mehr trachteten die Planer danach, diesen Weg
möglichst geschuützt und abwechslungsreich zu gestalten.
Auch der Bau von Kasper und vor allem das etwas höher gelegene Konvikt von Otto Glaus dienten als Analogien. Diese Bauten sind exemplarisch für Bauen
im geneigten Gelände, sie scheinen geradezu an den Hang gegossen und verbünden sich mit ihm. Eine ähnliche Liaison strebten Esch.Sintzel mit dem Bauwerk für den Verbindungsweg an. Im Berg, am Berg und auf dem Berg wähnt sich der aufmerksame Spaziergänger, die flotte Passantin. Das Ein- und Auftauchen ist gekonnte Inszenierung und vor allem auch bewusste  Zusammenführung der beiden Nutzungsarten: per Treppe oder wem dies  verwehrt ist per Schrägaufzug. Nahezu senkrechte Bruchsteinmauern bilden die
äussere Schicht des teils felsigen Geländes, horizontal durchschnitten von der Strasse nach Arosa, Friedhof und bistümlicher Rebgarten wechseln in der Vertikalen.
Dazwischen drückt sich nun das Betonbauwerk in den Steilhang, taucht ein in ein riesiges Portal, unterwandert sicher die kaschierte Brücke unter der  Landstrasse, dreht sich im erhabenen Raum-Zuschnitt halb um die eigene
Achse, um nach nochmaligem Schwenk in die mit Zwischenpodest versehene Zielgerade einzubiegen.
175 Stufen leichtfüssigen Gehens, das Auge schweift gerahmt über die Stadt, der Wind bläst den Kopf frei, der Körper erhöht den Puls und energetisiert den Geist. Das, was aus dem Fels herausragt, der Betonskulptur aufsitzt und Raum formt, ist ein papierenes, ja prekär anmutendes Faltwerk aus wetterfestem Stahl. Die rostige Metalloberfläche fügt sich bestens in den Hang und spielt die
Dimension des Bauwerkes in der Wahrnehmung herunter. Dies tun auch die eingestanzten Öffnungen, welche an überdimensionale Wabenträger erinnern und Ein- und Ausblicke zulassen. Die Aussteifungen und Knicke in den 12 mm starken Stahlblechen resultieren aus statischer Notwendigkeit und  wasserableitender Funktion. Doppelbödig ist der Deckel und mit Spanten zu einem Kastenträger ausgebildet – so verbirgt sich geschickt die statische Höhe. Wie überhaupt das Überlappen der dünnwandigen Schachtel, deren Anschlussdetails an das Betonwerk, das Herausschälen aus dem Felsen und das Befestigen des Betonraumes von der geglückten Kooperation mit den  beteiligten Ingenieuren, Lüchinger + Meyer, und Zoanni, Büro für  Baumanagement, zeugen.
Innen leuchtet der filigrane, rostige Stahlkörper in hellem, schimmerndem  Weiss, reflektiert das einfallende Licht und die Farben und birgt einen wichtigen psychologischen Aspekt, den der Sicherheit. Das Gehäuse wirkt einladend und befügelt den Schritt. Dem tut es auch das Geländer gleich, das leicht und beinahe textil in der Anmutung aus den Passepartouts blitzt. Das industrielle Produkt, ein handeübliches, perforiertes Blech wird durch die statisch wirksame, wellenförmige Kantung und den zimtfarbenen Anstrich veredelt. Im hölzernen Handlauf ist auf der Unterseite ein LED-Lichtband integriert; die dezente Illuminierung soll auch nachts die suchtfreie Zone garantieren. Einziger Wermutstropfen in der durchdachten Tektonik und Semantik ist die als Säule anmutende Wasserableitung im Eingangsbereich.

Das Werk verdient einen Namen
Die Materialisierung ergibt in Summe einen stimmigen Kanon, wenngleich der Beton nicht, wie von den Architekten vorgesehen, gestockt ausgeführt wurde. Auf Nachfrage antwortet der Kantonsbaumeister: «Neben den technischen Bedenken schienen uns auch die Mehrkosten nicht vertretbar, obwohl die veranschlagten Kosten unterschritten wurden. Wir sind dem Steuerzahler
verpflichtet und wollten die Reserven nicht antasten.» Ob mit oder ohne gestockten Beton, die Verbindung Plessur-Halde von Esch.Sintzel verschränkt das wiederbelebte Ensemble, zu dem auch das stringente Naturwissenschaftshaus von Bearth Deplazes gehört, auf das Vortrefflichste, ist
ein Beispiel angewandter Baukunst trotz hoher Anforderungen und Zwänge und verdient einen Namen. Ich plädiere für den einer grossen Reformerin im Bildungswesen der Schweiz.

 

Bilder: Hanspeter Schiess

AFO vor Ort

Neues aus Vorarlberg

Do 21. November 2013, ab 16 Uhr

 Vorarlberg Museum

Besichtigung des islamischen Friedhofs in Altach, Führung durch Bernardo Bader, und des vorarlberg museums in Bregenz, Führung durch Andreas Cukrowicz

16 Uhr Treffpunkt in Altach am islamischen Friedhof
17.30 Uhr Weiterfahrt nach Bregenz
18 Uhr Besichtigung des vorarlberg museums

Teilnehmerzahl beschränkt. Eintritt 10.– / Mitglieder gratis

Die Veranstaltung ist ausgebucht.

 

Einladungskarte November

Shigeru Ban

Architekt, Japan

Mi 20. November 2013, 13.30 Uhr im Casino Herisau

shigeru ban

Vortrag und Gespräch mit Hermann Blumer, Holzbauingenieur, Herisau
Moderation Katja Stauber
Apéro riche mit Zeit für Gespräche, auch mit Shigeru Ban und Hermann Blumer

Shigeru Bans Gebäude sind geprägt vom Gedanken der Einfachheit traditioneller japanischer Architektur.
Ban bringt östliche und westliche Bauformen und -methoden perfekt in Einklang: Er übernimmt Elemente aus der klassischen Architektur Japans und interpretiert sie mit westlichen Einflüssen neu. Die Zeitschrift «Time» bezeichnet ihn als einen der bedeutendsten Innovatoren für das 21. Jahrhundert im Bereich der Architektur und des Designs. All seine Konstruktionen stellen nicht glitzernde Fassaden, sondern den Charakter eines Hauses in den Vordergrund. Trägerstrukturen transparent zu machen ist zum Markenzeichen von Shigeru Ban geworden – dabei zählt Shigeru Ban gerne auf Hermann Blumer als Konstruktions-Entwickler für die weitgespannten Holzkonstruktionen.

Anmeldung

Ihre Anmeldung* mit Angabe von Anzahl der Teilnehmer | Vorname & Name der Teilnehmer | Firmenname | Kontakttelefonnumer per E-Mail an
info@nullcreation-holz.ch.
Die Platzzahl ist beschränkt, Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt und gelten als definitiv, sobald der Unkostenbeitrag auf das angegebene Konto (Création Holz GmbH, 9101 Herisau, IBAN CH83 8101 1000 0088 5678 2) eingeht. Die Anmeldung wird per E-Mail bestätigt. Bitte weisen Sie die Bestätigungs-E-Mail am 20. November am CheckIn im Casino Herisau vor.

50.– pro Teilnehmer. Im Unkostenbeitrag enthalten sind nebst Referat und Podiumsdiskussion die Getränke während der Veranstaltung sowie der anschliessende Apéro.

* Die Anmeldung ist verbindlich. Sie ist jedoch auf eine andere Person übertragbar.

Information Vortrag Shigeru Ban

Putz – Alles ist Material

Andreas Hild, Architekt, München

Mo 4. November 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Putz bietet außerordentlich viele Möglichkeiten der Anwendung. Dennoch ist das Material bei Architekten nicht gut beleumundet. Daher kann man beim Arbeiten mit Putz Dinge entdecken, die vielleicht noch niemand beachtet hat. Das macht das Material sehr spannend für uns. Beschäftigt man sich damit, kommt man ganz von selbst auf plastische Experimente. Putz ist nicht nur einfach die glatte Wand, Putz ist eben auch das Vor und Zurück, mit Faschen, Fenstern, Sockeln und all den anderen architektonischen Elementen. Daraus entsteht eine Gliederung. Man muss einfach nur beginnen, das Material ernst zu nehmen und es nicht ausschließlich als Stellvertreter für irgendetwas anderes zu sehen.

www.hildundk.de

Einladungskarte November

Hinter den Geleisen – Themenabend zur Urbanisierung von Bahnhofrückseiten

Podiumsgespräch initiiert vom Stadtplanungsamt, Begrüssung Patrizia Adam, Direktorin Bau und Planung

Mo 21. Oktober, 19 Uhr in der Lokremise

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Referate:
Helen Bisang, Stadtplanerin: Ein Areal nordwestlich des Hauptbahnhofes – der Wandel
Lorenzo Giuliani, Architekt: Potentiale einer Transformation
Walter Siebel, Professor für Soziologie: Was macht eine Stadt urban?
Anschliessend Podiumsgespräch mit den ReferentInnen und Werner Binotto, Kantonsbaumeister und Gerhard Mack, Autor und Journalist, Abtwil
Leitung: Katrin Meier, Leiterin Amt für Kultur Kanton St.Gallen

Stadtspaziergänge und Themenabend werden organisiert in Kooperation mit dem Architektur Forum Ostschweiz und dem Stadtplanungsamt St.Gallen

Stadtplanerisches Unglück mit Seeblick

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Die Wohnüberbauung Birnbäumen ist seit letztem Jahr fertiggestellt. Das Projekt hätte die Stadt exemplarisch verdichten können, ist aber gescheitert. Es ging hier offensichtlich nur um eine ökonomisch maximale Ausnutzung.

 

12. Oktober 2013 von Gerhard Mack

 

Als die St.Galler Bürgergemeinde ihr Stück Land am östlichen Stadtrand zur Bebauung freigab, durfte man eine exemplarische Siedlung erwarten: Zwischen Trogenerbahn und dem Quartier «In den Birnbäumen» aus der Nachkriegszeit sollten 150 stadtnahe Miet- und Eigentumswohnungen erstellt werden, welche die Appenzeller Bahnen mit einer neuen Haltestelle erschliessen würden. Seit letztem Jahr sind die meisten Einheiten bezogen. So gerne man die Überbauung loben würde, so exemplarisch ist ihr Scheitern. Dabei geht es weniger um die einzelnen Bauten als um den städtebaulichen Charakter der ganzen Anlage.

See und Stadt im Blick
Eine zentrale Massgabe für das Projekt ist die Sicht auf den Bodensee und die Stadt. Unterhalb der Bahnlinie sind die Volumen exakt so gestaffelt, dass von fast jeder Wohnung aus beides in den Blick kommt. Dafür hat man vieles in Kauf genommen. Die Blöcke sind mit viel Beton regelrecht in den steilen Hang gestemmt. Wer dort lebt, fährt entweder mit dem Lift in die Wohnung, oder er muss bei den steilen Treppen einen Fitnesstest ab asolvieren. Vor allem aber wurde auf eine übergreifende Planung verzichtet. Statt eines Quartiers gibt es drei Ansammlungen von Häusern. Die Stadt wird von der neuen Überbauung nicht arrondiert.
Doch zunächst ein paar Fakten: Das Gelände aus dem Portfolio der Bürgergemeinde ist in drei Baufelder unterteilt. Jedes hat eine eigene Bauherrschaft, für jedes wurde ein eigener Bautyp und Wettbewerb bestimmt. Die beiden Riegel für das westlichste Feld gab die Helvetia Versicherung St. Gallen in Auftrag, die fünfzehn Winkelhäuser in drei Reihen in der Mitte liess die Reseda Invest AG in Wil von Bollhalder & Eberle planen. In Zone drei trat der Architekt Felix Sigrist auch als Bauherr auf und entwarf eine Zeile aus fünf Mehrfamilienhäusern und zwei Reihen aus je fünf Doppel-Einfamilienhäusern. Dass Sigrist auch die beiden Riegel in Zone eins realisierte, ist das Ergebnis eines Zwists. Der ursprüngliche Wettbewerbssieger Christian Kerez ist nach Unstimmigkeiten mit der Bauherrschaft ausgeschieden. Es gibt keinen über- greifenden Gestaltungsplan, der die drei Baufelder verbindet. Abwechslung heisst hier die Losung, als wäre eine Stadt ein Vergnügungspark.

Extrem verdichtet
Alle drei Baubereiche sind extremverdichtet. Die beiden Riegel sind so gesetzt, dass sie zur Stadt hin sogar als ein überlanges Volumen auftreten. Begründet wurde diese Bauweise mit der Freifläche, die gewonnen wird: Von den 46000 Quadratmetern der Bauzone blieben 17500 unbebaut. Das ist ein stattliches Drittel. Das Freispielen von offenem Raum ist ein gängiges Argument für Verdichtungen. Und wer könnte etwas
gegen Grün in der Stadt einwenden! Doch kommt es auch hier darauf an, wie diese Fläche gestaltet ist, was man überhaupt mit ihr anfangen kann. Bei der neuen  Siedlung ist das nicht eben viel. Wer in diesen Herbsttagen dort herumspaziert, sieht vor allem die Erschliessungsstrasse, eine Sackgasse, die witzigerweise Meienberg- strasse heisst, mächtige Zufahrten zu den Tiefgaragen und leere Grasflächen. Sie sind nach oben durch die Stützmauer zum Bahntrassee begrenzt und wirken zur bestehenden Siedlung «In den Birnbäumen» weiter unten wie ein Überbleibsel der ehemaligen Weide.
Regelrecht unangenehm wird die Leere zwischen den Baufeldern: Das Abstandsgrün sieht so unfreundlich aus wie einst die Grenzstreifen zwischen Nachbarn, die sich nicht leiden können. Das ist nicht schön für Anwohner, die mehr wollen als aus der Tiefgarage mit dem Lift in die Wohnung fahren und den See anschauen.

Städtebaulich misslungen
Das Ganze ist aber vor allem städtebaulich misslungen. Die Stadt franst an dieser Stelle aus, siedlungshistorisch hatte sie hier ihre Grenze. Die alte Birnbäumen-Siedlung endet da, wo der Hang steil wird. Als sie Ende der 40er-Jahre gebaut wurde, hatte man noch Respekt vor der Topographie, teure Hangabstützungen lagen nicht drin. Wenn man sich heute entschliesst, diese prekären Ränder zu nutzen, sollte das die Stadt optimieren.
Das hätte bei der neuen Siedlung vorausgesetzt, dass man freie Stellen da schliesst, wo sie als Zahnlücken empfunden werden. Das gelingt nur, wenn das Stadtgewebe aufgegriffen wird, wie es an der spezifischen Stelle vorhanden ist. Mehrere Instrumente hätten sich dafür angeboten: An einzelnen Stellen hätte sich der vorhandene Bestand durch sorgfältig hinzugefügte Neubauten durchaus verdichten lassen. In der freien Hangzone darüber wäre es möglich gewesen, aus der alten Zeilen- struktur heraus eine neue Siedlung zu entwickeln. Das hätten keine Häuserreihen sein müssen, aber die Fortsetzung der vertikalen Struktur und die Beachtung des Massstabs wären sinnvoll gewesen.

Beispiel Teppichsiedlung
St. Gallen bietet dafür sogar ein Beispiel: Die Teppichsiedlung, die Danzeisen + Voser Ende der 50er-Jahre in St. Georgen am Freudenberg realisiert haben. Auch an diesem Westhang hat die Aussicht eine grosse Rolle gespielt. Das gelungene Beispiel modernen Bauens hat aber im Unterschied zur neuen Überbauung Birnbäumen den Vorteil, dass hier zum einen Privatheit und fliessende Übergänge zwischen aussen und innen zusammengehen. Winkelförmige Häuser sind teilweise miteinander verbunden und schliessen einen Garten ein. Vor allem aber wurde nicht gegen den Hang geplant. Die Siedlung wächst an ihm empor, die Planer räumten ihn nicht weg, um später im Abraumverfahren wieder Volumen anzuschütten.

Betonklötze am Hang
Wer durch die alte Birnbäumen-Siedlung spaziert, sieht am Hang die Betonklötze dräuen, den leeren Raum zu ihnen empfindet man nicht als Respektsdistanz, er wirkt so unangenehm wie eine Landschaft, die plötzlich in einer Senke verschwindet. Die Atmosphäre eines gewachsenen Alltags zwischen den alten Häuserzeilen mutet gegenüber den Neubauten an wie ein Idyll aus vergangenen Tagen. In der neuen Überbauung herrschen dagegen strukturelle Vereinzelung und Anonymität vor, wie sie die Bebauung von Hanglagen landauf, landab bestimmen.
Sicherlich: Die Bewohner der neuen Birnbäumen werden sich arrangieren. Der Ausbaustandard stimmt, die Geldanlage ist solide. Der Stadt St.Gallen haben die Investoren jedoch keinen Gefallen getan. Es ging offensichtlich um eine ökonomisch maximale Ausnutzung. Hier wäre die Stadt gefragt gewesen. Sie hätte es in der Hand gehabt, mit entsprechenden Richtlinien ein Quartier mit Gesicht zu planen und erst dann Investoren zu suchen. Drei Baufelder auszuweisen, in denen diese machen können, was ihnen beliebt, reicht nicht aus. Aber dazu müssten sich die Verantwortlichen auch gegen mächtige Interessen behaupten wollen.

 

Bilder: Hanspeter Schiess

Holz – Material, Holz und Mensch

Bernardo Bader, Architekt, Dornbirn

Mo 7. Oktober 2013, 19.30 Uhr im Forum

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  • im stierlochwald_schwarzenberg_kl
  • Islamic Cemetery_Shadow_k

Architektur mit Haltung
Bernardo Bader gelingt, was anderswo längst verloren ist. Die regionale Bindung von Architektur und deren Akzeptanz ohne vordergründige Heimattümelei. Seine Bauten sind virtuos gesetzt, bis in das tektonische Detail hinein durchgearbeitet und handwerklich perfekt ausgeführt. Eindrucksvoll und bei jedem der Bauten variierend, sind die jeweils charakteristischen Beziehungen zwischen den Innenräumen und den Qualitäten der unmittelbaren Umgebung. Sie verorten die Gebäude äußerst überzeugend in der jeweils regional gegebenen architektonischen Grammatik und sind sicher ein Grund dafür, warum sich seine Gebäude aus der Vielzahl gut gemachter Architektur der „Vorarlberger Schule“ heraus heben.
www.bernardobader.com

Einladungskarte Oktober

 

Weniger ist auch hier mehr

Längst nicht mehr in jedem typischen Appenzeller Bauernhaus leben auch Bauern. Das wirkt sich auf die Gestaltung und Nutzung des Aussenraums aus. Das Ausserrhoder Amt für Raumplanung zeigt in einer Broschüre gelungene und missratene Eingriffe.

16. September 2013 von Marina Hämmerle

Im neuen Leitfaden zur Umgebungsgestaltung des Appenzeller Hauses ausserhalb der dörflichen Bauzone finden sich hilfreiche Hinweise zur Pflege des baukulturellen Erbes und dessen Neuinterpretation. Was die sensible Behandlung der Aussenräume ausmacht und welchen Verführungen widerstanden werden sollte, wird dort allseits verständlich illustriert.
Das Heft ist das dritte einer Reihe von themenbezogenen Leitlinien zur Sicherung der Baukultur ausserhalb der Bauzone im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Nach den Erläuterungen zum Umbau/ Ersatzbau des Appenzeller Hauses und zur Errichtung von Landwirtschaftsbauten widmet sich das kantonale Raumplanungsamtinder
jüngst erschienenen Broschüre nun eingehend  dem nicht minder wichtigen Erscheinungsbild des Aussenraums. Die Behörde, allen voran Amtsleiter Gallus Hess, reagiert damit auf das Bedürfnis nach einer intensiveren Nutzung der Hausumgebung
durch die Bewohner.

Inszenierung statt Bepflanzung
War das typisch appenzellische Gehöft zur Zeit seiner Errichtung noch in bäuerlicher Hand und landwirtschaftlich genutzt, sind heute ruhesuchende Stadtflüchtige, Liebhaberinnen historischer Bausubstanz oder Hoferben, die oft nicht mehr der  Arbeit ihrer Vorfahren nachgehen, die Pfleger und Nutzerinnen solcher Anwesen. Sowenig Zeit den Bauern vor der agrarischen Industrialisierung neben ihrer  tagfüllenden Beschäftigung mit Feld und Vieh blieb, so wenig hielten sie sich zur Entspannung und Musse rund ums Haus auf. Das, was drum herum gepflanzt wurde, diente vorderhand zum Schutz und Nutzen. Die angelegten Zufahrten und Wege  genügten in Kies oder mit halbbefestigtem Untergrund und waren so klein wie nötig gehalten. Heute weichen die sparsam gesetzten Elemente, welche das Haus wie beiläufig flankieren und in seiner ganzen Erscheinung wirken lassen, oft einem dazu entgegengesetzt angelegten Bild der Fülle. Aus der mit Bedacht und Logik  entstandenen Bepflanzung wird zunehmend Garteninszenierung, und aus den nahezu unmerklichen Terrainanpassungen ums Haus werden da und dort wehrhafte Terrassenanlagen. Die Veränderungen in seinem Heimatkanton veranlassten den jungen Landschaftsarchitekten Roman Häne, eine Masterarbeit zum Thema zu verfassen. Diese diente als Grundlage für die Erarbeitung der neuen Broschüre, wie denn die passende Gestaltung um Haus und Hof gelänge.

Angemessen und einfach
Ein kräftiger Laubbaum, wie Linde, Esche oder Bergahorn, macht auf der Westseite den Wetterbaum. Der Trüeter, der Spalierbaum an der wärmenden Hauswand, erbringt Äpfel oder Birnen, der südseitige Holunderbusch liefert Material für Sirup und Marmelade, und das Strussgstell holt Blumenpracht ins Wohn- und Schlaf- zimmer. Abgesetzt vom Haus ein Geviert für Gemüse, Beeren und Blumen, umzäunt mit Holzlatten und oft flankiert von einem Brunnen. Die Buschhecken in der freien Landschaft aus Schwarzdorn, Schneeball oder Esche bilden kleine  landschafts-strukturierende Zeilen, halten den Wind ab und liefern Früchte. Soweit zum ursprünglichen Flora-Inventar.
Meist liegen die typischen Appenzeller Häuser ausserhalb der Bauzone in geneigtem Gelände, laufen die satten Wiesen bis an die Hauswand. Die Zufahrten sind klein und unscheinbar gehalten, die Wendeplätze nötig, die Geländeveränderungen gering – das Haus tut es der Kuh gleich und liegt satt in der Wiese. Entsprechend der selbstverständlich wirkenden Plazierung des Hauses im Gelände bleibt bei ursprünglichen Höfen auch die Gestaltung des Umfeldes angemessen und einfach.

Anbau statt Wetterbaum                                                                                                            Von Altstätten kommend erreicht die Reisende Ausserrhoden über den Stoss. Erstes Einbremsen. Unweit der Schlachtkapelle – zur Erinnerung an den legendären
Sieg der Appenzeller über die übermächtigen Truppen der Habsburger errichtet – liegt ein Gehöft wie aus dem Bilderbuch. Die beschriebenen Attribute alle da und nachvollziehbar, die Idylle wirkt. Eine junge Nichtbäuerin geniesst die Spätsommersonne vor dem Haus. Zweihundert Meter weiter ein Haus gleicher Typologie – doch welcher Unterschied! Der Wetterbaum ist einem niedrigen Anbau mit grossen Fensterflächen gewichen, die ebene Terrasse ermöglicht ein Mauerwerk aus grossen Bruchsteinen, eine mächtige Blautanne setzt südseitig einen Akzent abseits des lokalen Kolorits. Fehlt nur noch die Thujahecke, hinter der sich die Bewohner verschanzen können. Verfremdung? Entfremdung? Was mit der Fehlinter- pretation von historischer Bausubstanz beginnt, endet meist im Unverständnis für Gelände, Materialien und Bepflanzung.
Der Leitfaden des Raumplanungsamtes liefert hierzu nicht nur anschauliche grafische Illustrationen, sondern bebildert das Beschriebene auch mit Fotografien von  Beispielen. Einfach und verständlich erläutert das Diagramm die Skala von plus bis
minus. So einfach, dass man sich wünschte, dies wäre auch Gegenstand von  kultureller Bildung an heimischen Schulen und würde potenziellen Bauherren zuteil. Die Hoffnung ist gross, dass viele dieser Häuser neuen Nutzungen zugeführt werden und revitalisiert für weitere Generationen erhalten blieben. Denn was sich in den Siedlungsräumen an Neuem türmt, kann sich oft nicht mit der Einfachheit und inneren Logik messen, welche den typischen Appenzeller Häusern innewohnt.

Leicht und unaufdringlich
Offensichtlich werden Neubauten, Einfamilienhäuser wie Wohnüberbauungen, von anderen Bildern geprägt, spiegeln diese nicht mehr die verschränkte Beziehung von Mensch und Natur wider, wie sie beim Landwirt und seinemHof zu erkennen ist. Heute wird oft Hand angelegt am Terrain, am gemauerten Cheminée, der Umfrie- dungsmauer aus Granit und den Pflanztrögen mit Koniferen.
Hier verweist die Broschüre die allzu Gestaltungsfreudigen auf die Leichtigkeit und Unaufdringlichkeit von mobilem Garteninventar wie stapel- und klappbaren Sitzmöbeln aus Holz und einfachen Sonnenschirmen, die bei Bedarf aufgerichtet  werden. Wird eine befestigte Terrasse gewünscht, lässt sich diese auch in Holz ausführen oder tut der gekieste Rangierplatz vor dem Haus seinen Dienst. Selbstver- ständnis statt Selbstverwirklichung.
Die von Roman Häne für das Raumplanungsamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden verfassten Anleitungen zur verträglichen Umgebungsgestaltung beschränken sich nicht nur auf diesen Haustypus. Genauso gut liessen sich diese in Innerrhoden und im Toggenburg anwenden. Ist zu hoffen, dass das Heft inmöglichst vielen Amtsstuben der Ostschweiz in die Hände von Bauwilligen gerät, um das gängige Baumarkt-Do-ityourself-Bild ein wenig zu korrigieren. Denn weniger ist auch hier viel mehr.

FSAI@AFO – Planen – Bauen – Politisieren

Einführung Herbert Oberholzer, Architekt, Rapperswil

Mo 16. September 2013, 19.30 Uhr im Forum

Podiumsdiskussion zum Thema Planen – Bauen – Politisieren mit:
Robert Albertin, Gemeinderat und Architekt, Haldenstein;
Markus Bollhalder, Kantonsrat und Architekt, St. Gallen;
Martin Klöti, Regierungsrat und Landschaftsarchitekt, St. Gallen

Mit kurzer Einführung zur Ausstellung von Andrea Vogel.
www.fsai.ch

 

Nenn mich nicht Stadt!

Filme zum Thema der laufenden Ausstellung

Oktober 2013 im Kinok

Manhatten

Sa 5. Oktober, 19.15 Uhr | Di 15. Oktober, 18.15 Uhr

Urbanized

Di 8. Oktober, 18.30 Uhr | So 27. Oktober, 20 Uhr

Metropolis (restaurierte Fassung)

Fr 11. Oktober, 19 Uhr | Di 29. Oktober, 19.30 Uhr

True Stories

So 13. Oktober, 20 Uhr | Di 22. Oktober, 20.30 Uhr

Helsinki, forever

Do 17. Oktober, 17 Uhr | Mi 30. Oktober, 20.30 Uhr

Auf- und Abbruch in St. Güllen

Mi 23. Oktober, 20.30 Uhr

Kurz in die Stadt – Kurzfilmprogramm

Fr 25. Oktober 19.30 Uhr

Kinok Oktober 2013

Kinok Oktober 2013

Stadtspaziergänge

organisiert in Kooperation mit dem Architektur Forum Ostschweiz und dem Stadtplanungsamt St. Gallen im Rahmen der Ausstellung:

Nenn mich nicht Stadt ! des Kunstmuseums St. Gallen

 

Treffpunkt in der Lokremise

Di 3. September, 19 Uhr
Helen Bisang, Raumplanerin, Leiterin des Stadtplanungsamts St.Gallen
Doris Königer, Architektin, Mitglied des Stadtparlaments St.Gallen

Di 10. September, 19 Uhr
Werner Binotto, Kantonsbaumeister St.Gallen
Edgar Heilig, Kunsthistoriker, St.Gallen

Di 17. September, 19 Uhr
René Hornung, Journalist St.Gallen
Ulrich Vogt, Architekt und Kurator Zeughaus Teufen

Di 24. September, 19 Uhr
Katrin Eberhardt, wissenschftliche Mitarbeiterin der städtischen Denkmalpflege
Peter Roelllin, Kunstwissenschaftler

Farbe – Licht- und Schattenfarben für die Architektur

Katrin Trautwein, Farbmanufaktur kt.COLOR, Uster

Mo 2. September 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Farbe erleichtert die Objektwahrnehmung. Angesichts der grossen Anzahl von möglichen Farben muss man sich fragen, ob jede Farbe gleichermassen nützlich ist und, wenn nicht, welchen Farben man den Vorzug geben sollte?
Unsere Erforschung der Le Corbusier-Farben zeigte, dass die Wirkung einer Farbe in Licht und Raum vom eingesetzten Pigment abhängig ist. Elfenbeinschwarz rückt eine Fläche in den unergründlichen Hintergrund, Russschwarz nicht. Durch die Wahl der richtigen Farben und Farbpigmente wird eine Architektur in ihrer Formsprache brillieren. Farbpigmente von Weiss bis Schwarz führen das Licht durch den Bau. Denn Farbe ist Material.
www.ktcolor.ch

Veranstaltungssponsor: www.domusag.ch

Einladungskarte September

ArchitekTour

Kopenhagen

Mi 28. August bis So 1. September 2013

Schauspielhaus Kopenhagen

Die Kleine unter den Grossen: Kopenhagen ist eine Stadt voller Gelassenheit und Beschaulichkeit.
Die Hauptstadt des Königreiches Dänemark, des ältesten der Welt, ist die facettenreichste Grossstadt Skandinaviens und eine wichtige Kulturmetropole in der Region. Auch wenn sie keine Weltstadt ist, bietet Kopenhagen eine bunte Mischung aus Kunstmuseen, ausgefallenen Geschäften, Spitzenrestaurants und Szenekneipen. Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde, findet man überall im Zentrum Prachtbauten aus der Ära König Christian IV. – die einmalige Warenbörse, den kuriosen runden Turm sowie zahlreiche Schlösser. Hier ist alles überschaubar, was man nicht bequem zu Fuss erreichen kann, erreicht man in kurzer Zeit per Velo, Bus oder Metro. Malerische Kanäle durchziehen die Altstadt, vor allem in Christianshavn. Aber nirgendwo ist Kopenhagen lebendiger als am Nyhavn, einem kleinen Stichkanal, der im 17. Jahrhundert als Hafenerweiterung angelegt wurde und den heute eine bunte Kneipen- und Restaurantzeile säumt.

Kosten für Mitglieder 1250 Fr (Nichtmitglieder 1350 Fr),
inklusive Flug mit Swiss, Hinflug: Mi 28.8.2013, 17.25–19.15 Uhr,
Rückflug: So 1.9.2013, 14.45–16.35 Uhr
4 Übernachtungen mit Frühstück im Hotel Wakeup Copenhagen (www.wakeupcopenhagen.com) im DZ (EZ-Zuschlag: 200.–),
Velomiete 2 Tage, ÖV, Führungen und Eintritte

Das Detailprogramm ist in Bearbeitung und wird den Teilnehmern bei der Abreise abgegeben. Teilnehmerzahl min. 18, max. 23 Personen.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Versicherung und ggf. Reiserücktrittsversicherung sind Sache des Teilnehmers. Änderungen bleiben vorbehalten.
Anmeldung mit vollständigen Angaben (s. Anmeldekarte unten) bis 10. Mai 2013 an kopenhagen@nulla-f-o.ch oder per Fax an 071 223 49 74

Veranstaltungssponsor: domus, Republic of Fritz Hansen

Anmeldekarte ArchitekTour Kopenhagen (ausgebucht)

KABE Architekturvorträge 2013 – Polychromie Le Corbusier

Maria Zurbuchen-Henz, Architektin, Lausanne

Mo 26. August 2013, 16.00 Uhr, Lokremise, St.Gallen

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Die Karl Bubenhofer AG lädt Architekten und Farbeninteressierte zum KABE Architekturvortrag 2013 in die Lokremise, St. Gallen, ein.
Maria Zurbuchen-Henz, dipl. Architektin ETH BSA SIA und ehemalige Assistentin von Arthur Rüegg, bringt anhand eines geschichtlichen Abrisses und konkreter Objektbeispiele die Einzigartigkeit und Faszination der Corbusier-Farbtöne näher.
www.kabe-farben.ch

Anmeldung mit Angabe des Namens, der Adresse und der Personenzahl bis 21. August 2013 unter: baubuero@nullkabe-farben.ch
Teilnehmerzahl beschränkt. Die Anmeldung wird von KABE-Farbenper E-Mail bestätigt

Einladungskarte August

Tage des Denkmals – Beleuchtung am historischen Bauwerk

Vortrag von Gallus Zwicker, Lichtgestalter, St.Gallen

Mo 26. August 2013, 19.30 Uhr im Forum

Villa Chruezacker, Zwicker Licht

Licht dient als wesentliches Element der Architektur. Dadurch muss die Beleuchtung beim Erhalt des kulturellen Wertes und der geschichtlichen Identität eines Denkmals berücksichtigt werden. Die Kunstlichtplanung im historischen Bauwerk zielt auf die Authentizität der Lichtführung und der Beleuchtungskörper ab. www.zwicker-licht.ch

In Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege im Rahmen der Europäische Tage des Denkmals

7./8. September 2013
www.hereinspaziert.ch

Einladungskarte August

Neuer Geist im alten Kleid

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Durch eine sorgfältige Sanierung konnte die St. Galler Primarschule Feldli für heutige Anforderungen ausgerüstet werden und ihren ursprünglichen Charakter dennoch bewahren.

 

15. August 2013 von Gerhard Mack

 

Die Primarschule Feldli ist ein Juwel: Mitten im St.Galler Sömmerli- Quartier bietet sie eine Oase des kreativen Lernens. Vier längliche Riegel lagern sich schützend um einen Hof wie die Häuser eines Dorfes um den zentralen Platz. Der Haupttrakt nach Norden, etwas tiefer zwei Quader nachWesten und Osten. Und weiter unten als südliche Begrenzung des Hofes die Turnhalle und der Kindergarten. Jeder Trakt hat seinen eigenen Charakter, alle sind sie in denselben klaren Formen aus wenigen Materialien gebaut. Die Querwände sind aus Backstein, dazwischen ziehen sich Bänder aus Betonbrüstungen und Fenstern. Die schmalen weissen Holzrahmen verströmen mit dem Rot der Mauern unbeschwerte Heiterkeit. Die flachen Dächer und die verglasten Zugangstreppen lassen eher an sommerliche Pavillons als an Schulbauten denken. Hier hört man morgens Kinder lachen.

Jedem Schulzweig sein Gebäude
Dass die Kinder dieses Idyll heute erleben können, verdankt sich einer ungewöhnlichen Entscheidung und der Hartnäckigkeit eines Architekten. Denn die Schule war in die Jahre gekommen. Sie wurde 1957 eröffnet und entsprach längst nicht mehr dem, was heute von einer solchen Anlage erwartet wird: Lehrpläne erfordern Gruppenräume, die Schule muss behindertengerecht und technisch auf  dem neusten Stand sein. Beim Energieverbrauch erwartet die Stadt die Erfüllung des Minergie-Labels, und Erdbebensicherheit sollte ebenfalls nach heutigen Massgaben gewährleistet sein. Eine Sanierung in den Neunzigerjahren hatte manches eher verschlimmert als verbessert. Also vergab die Stadt St. Gallen Mitte der Nullerjahre Studienaufträge für eine grundsätzliche Erneuerung der Anlage.
Dabei war der Bauherrin die baugeschichtliche Bedeutung der Schule bekannt. Sie sollte ins Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt St. Gallen aufgenommen werden. Nicht nur, weil der Architekt ein St. Galler war. Eduardo Del Fabro war in der ganzen Schweiz ein wichtiger Vertreter des Neuen Bauens, der sich bald auf den Schulhausbau mittels niedriger Pavillons spezialisierte, wie sie für die 1950er Jahre typisch waren: Im Feldli erhielt jeder Schulzweig sein eigenes Gebäude, die Kinder konnten ihre ersten 15 Lebensjahre als einen Umzug von einem Gebäude ins nächste erleben. Die Bauten waren wie Lebensstationen.

Bestehende Räume neu nutzen
Als einziges Büro des Wettbewerbs schlug der St. Galler Andy Senn 2006 vor, den erweiterten Raumbedarf in den bestehenden Räumen und die gestiegenen technischen Anforderungen unter Erhaltung der historischen Substanz der Anlage zu erfüllen. Dass die Jury sich für ihn entschied, kam einem Manifest gleich: In der Stadt mit dem Weltkulturerbe Stiftsbezirk wurde die Erhaltung eines baugeschichtlichen Zeugnisses der Moderne so ernst genommen, dass man versuchen wollte, die notwendige technische Aufdatierung in der ursprünglichen Struktur durchzuführen.
Möglich gemacht wurde das durch einen unvoreingenommenen Blick auf das Potenzial des Gebäudes und die Anforderungen der Bauherrin. Das begann beim Raumprogramm. Warum muss man einen erhöhten Raumbedarf mit Neubauten befriedigen? Könnte man nicht auch die bestehenden Räume neu nutzen? fragte Andy Senn und fand eine Fülle von Möglichkeiten: So wurde die ehemalige Schulküche in eine Aula umfunktioniert, aus dem Andachtsraum wurde eine helle Bibliothek. In der alten Hauswartwohnung hat die Schulleitung ihre Räume  gefunden.Wo einmal neben dem Eingang zum Nordtrakt der Hort war, haben heute die Lehrer ihr Zimmer. Und vor allem sind die Gruppenräume multifunktional benutzbar.

Isolierglas statt Doppelglas
Diese konzeptuelle Neuausrichtung bewährt sich nicht nur heute, wo auch die Feldli-Primarschule einen Schülerschwund zu beklagen hat. Sie erleichterte vor allem den Umgang mit der historischen Bausubstanz bei der technischen Aufrüstung der Anlage. Minergie-Standard war seitens der Stadt Voraussetzung, Andy Senn erreichte die Drosselung des Energieverbrauchs aber auf eigene Weise. Minergie ist ein privates Label der Bauwirtschaft, das den Verkauf von Dämmprodukten und heiz- technischen Anlagen fördert und dort die Stimmigkeit von Bauten zerstört, wo seine Verfahren ohne Bezug zum spezifischen Ort reflexhaft angewendet werden. Eine der Qualitäten der Sanierung der Feldli-Schule ist es, dass sie vorführt, wie man durch einen Dialog mit dem spezifischen Gebäude auf andere Weise genauso gut Energie sparen kann. Statt die Glasfronten durch dicke Kunststoff- oder Metallrahmen zu ruinieren, liess Senn die inneren Scheiben der Doppelverglasung durch Isolierglas ersetzen und von Schreinern fachgerecht einfügen. Die äussere Schicht blieb erhalten und bewahrt mit ihrem gezogenen Verlauf die Gebäude vor der blauen Spiegelung heutigen Glases. Zur Einsparung von 50 Prozent des Energieaufwandes trugen ebenso die Isolierung der Fensterbrüstungen und Flachdachdecken bei. Die Lüftung, die das Minergielabel zwingend vorschreibt, ohne dass ihr Sinn erwiesen ist, wurde in bestehende Einbau- möbel integriert.

Statischer Verbund
Die technische Aufrüstung der Schulräume gelang ohne Veränderung des Gesamt- eindrucks. Sogar Lifte liessen sich einbauen. Am spektakulärsten ist sicherlich der Eingriff zur Erhöhung der Erdbebensicherheit im Westtrakt, dessen Decken an vier Stellen auf unverbundenen Querwänden aufliegen. Statt nun Fensterbänder zuzubetonieren, wie dies ein Statiker vorgeschlagen hatte, entwickelte der Ingenieur Jürg Conzett ein System aus zwei vertikalen Betonplatten an der äusseren Stirnseite, Betonzügen im Keller und Verbindungen zwischen Wänden und Decken in den  betroffenen Schulzimmern. So entstand ein statischer Verbund, der die Kräfte auch bei maximaler Erschütterung ableitet. Diese Verbindungsstücke sind vom Künstler
Michel Pfister als schuhartige Objekte gestaltet. Eine beispielhafte Verbindung von Ingenieurstechnik und Kunst am Bau!

Aufgefrischt und ergänzt
Sensibilität für das Gebäude äussert sich auch im Materialbewusstsein: Wo Back- steine ausgewechselt werden mussten, wurden solche mit ähnlicher Lebendigkeit
verwendet. Vorhandenes Mobiliar hat man ebenso aufgefrischt und ergänzt wie die Türblätter mit ihrer einzigartigen Beschichtung, wie Garderoben und Brünneli, Terrazo-Böden und Pavatex-Deckenverkleidungen in den Treppenaufgängen. Die Beleuchtung ist mit neu entwickelten Punktlichtern an den ursprünglichen Zustand angenähert. Die Turnhalle erhielt ihre Südwand aus Glasbausteinen und klappbaren Holzfenstern zurück, die in den Neunzigerjahren durch zeitfremde Materialien ersetzt worden waren. Subtiler, überzeugender kann ein Manifest für sachgerechten Umgang mit historischen Bauten nicht werben.

 

Bilder: Hanspeter Schiess

Museumsnacht – Oben durch – Unten durch

Städtische Ausstellung, Installation von Andrea Vogel

Sa 7. September 2013, 18–01 Uhr im Forum, mit Barbetrieb

Andrea Voegel

Nastro segnaletico nennt man das rot-weisse Absperrband in Italien, das wichtiger Bestandteil von Andrea Vogels Installation im Ausstellungsraum des Architekturforums Ostschweiz ist. Auf dieses ungewöhnliche Material ist die 1974 geborene Künstlerin während ihres letztjährigen Atelieraufenthaltes in Rom gestossen. Das schmale Band lässt nichts Gutes erahnen. Blutrot und kreideweiss gestreift signalisiert es: Achtung Gefahr, kein Durchgang, Vorsicht Hindernis. Das rot-weisse Absperrband markiert auf der ganzen Welt Bereiche, die man besser nicht betreten sollte. Während ihres Atelieraufenthaltes in Rom im Winter 2012 fand die St. Galler Künstlerin Andrea Vogel gleich eine ganze Rolle davon und begann fasziniert, mit dem Material zu experimentieren. Sie bediente sich dabei der Technik des Webens, mit welcher sie sich schon während ihrer Ausbildung zur Textilentwerferin beschäftigt hatte. Die verwebten Plastikbänder verwendet Andrea Vogel nun, um in einer raumgreifenden Installation die ambivalente Bedeutung von Grenzziehungen erfahrbar zu machen. Grenzen können trennen und ausgrenzen – Grenzen zu setzen und die eigenen Grenzen zu spüren, ist jedoch auf der individuellen Ebene unerlässlich. Grenzen machen aber auch neugierig, weil man wissen möchte, was sich jenseits davon befindet und haben für jene, die sie überschreiten, den Reiz des Verbotenen.

23–01 Uhr

Konzert KLANGFORSCHER Live in Installation

Ticket 20.– für Eintritt in alle beteiligten Museen und Shuttlebusse
www.museumsnachtsg.ch

Ausstellung: 6. bis 29. September 2013
Öffnungszeiten: Di–So, 14–17 Uhr

Nenn mich nicht Stadt – Künstlerische Positionen zur Urbanität heute

Ausstellung des Kunstmuseums St. Gallen in der Lokremise

17. August – 10. November 2013, Mo – Sa 13 – 20 Uhr, So 11 – 18 Uhr in der Lokremise St.Gallen

Altötting, Hamburg, Berlin, New York, São Paulo… Nenn mich nicht Stadt! Der Titel der thematischen Ausstellung, einem grossformatigen Gemälde des in Berlin lebenden Künstlers Franz Ackermann (*1962) entliehen, mag Ausdruck sein für die Sehnsucht nach einer andern Welt jenseits der überbordenden Signaletik urbaner Metropolen, der ausufernden Megacities, des Unterwegs Seins zwischen politischen und ökonomischen Zentren, der Erfahrungen von Rast  und Ortlosigkeit in einer globalen Welt. Vielleicht ist Nenn mich nicht Stadt! auch Bekenntnis zur metropolitanen Wucherung, ein sachliches Registrieren des Existierenden, eine Phantasie zum Spektakel grenzenloser Urbanität? Oder ein Essay zum Fremdsein im grossstädtischen Umfeld?

Die Ausstellung findet bewusst in der Lokremise statt, einem Brennpunkt der Stadtentwicklung mitten in St.Gallen. Dennoch will die Ausstellung inhaltliche Fragestellungen nicht illustrieren, sondern künstlerisch Position beziehen zu aktuellen Diskursen. Im Zentrum stehen Werke, die im räumlichen Dialog miteinander um Themen wie Urbanismus und deren existentielle Dimensionen kreisen: Nenn mich nicht Stadt! – ein visueller Diskurs zur Stadt von heute.

Kurator Konrad Bitterli

Eintritt 5,–/ Kombiticket Lokremise und Kunstmuseum 14,–
Freier Eintritt für Mitglieder des Kunstvereins St.Gallen

www.kunstmuseumsg.ch

Öffentliche Führungen

So 18. August, 13 Uhr mit Konrad Bitterli, Kurator
Di 27. August, 18.30 Uhr
So 13. Oktober, 13 Uhr
So 10. November, 13 Uhr mit Bettina Wollinsky, Kunstvermittlerin

Kunst über Mittag

Fr 4. Oktober, 12.30 Uhr mit Bettina Wollinsky, Kunstvermittlerin

Stadtspaziergänge

Treffpunkt in der Lokremise

Di 3. September, 19 Uhr
Helen Bisang, Raumplanerin, Leiterin des Stadtplanungsamts St.Gallen
Doris Königer, Architektin, Mitglied des Stadtparlaments St.Gallen

Di 10. September, 19 Uhr
Werner Binotto, Kantonsbaumeister St.Gallen
Edgar Heilig, Kunsthistoriker, St.Gallen

Di 17. September, 19 Uhr
René Hornung, Journalist St.Gallen
Ulrich Vogt, Architekt und Kurator Zeughaus Teufen

Di 24. September, 19 Uhr
Katrin Eberhardt, wissenschftliche Mitarbeiterin der städtischen Denkmalpflege
Peter Roelllin, Kunstwissenschaftler

Vortragsabend

Mo 21. Oktober, 19 Uhr in der Lokremise
mehr Infos

Stadtspaziergänge und Vortragsabend werden organisiert in Kooperation mit dem Architektur Forum Ostschweiz und dem Stadtplanungsamt St. Gallen

 

Neue Geschäftsstelle beim Architektur Forum Ostschweiz

Generationenwechsel im Vorstand und neue Kontaktdaten

An der letzten Hauptversammlung hat das Architektur Forum Ostschweiz einen Wechsel im Vorstand beschlossen. Mit Hans Ruedi Stutz und Daniel Walser treten zwei Figuren zurück, die das Forum über 16 Jahre lang geprägt haben. Neu werden die Aktivitäten des Forums in drei Ressorts geführt: Johanna Deinet übernimmt das Ressort Auftritt, Sabine Hutter das Ressort Programm und Francesco Bartolomeoli das Ressort Ressourcen.

Die Geschäftsstelle wird von Marion Pohlke geleitet. Sie wickelt Zahlungen und Termine ab, koordiniert die Vermietung und Belegung des Raumes und ist erste Anlaufstelle für Kontakte mit dem Architektur Forum Ostschweiz. Sie ist wie folgt zu erreichen:

Architektur Forum Ostschweiz
Davidstrasse 40
Postfach
9004 St.Gallen

Telefon 076 345 16 93
Email info@nulla-f-o.ch

Kultiviert, klug und leise

  • _022_04_2783-2787
  • _029_05_1900-1905
  • _034_06_2168-2172
  • _043_08_2037_7170
  • _063_11_2468-2479
  • _060_10_2920-2922

Der Trutg dil Flem verbindet das Dorf Flims mit dem Segnespass. Mit Können und Gespür hat Jürg Conzett in die Natur eingegriffen und im Verlauf des Wanderwegs sieben Brücken gesetzt. Ingenieurskunst und Landschaft ergänzen sich in faszinierender Weise.

 

7. Juli 2013 von Marina Hämmerle

Was hat Peter Maffay mit Baukultur zu schaffen? Er besingt etwas, das oberhalb von Flims Wirklichkeit wurde: sieben Brücken zu begehen.
Denn sieben neue Brücken verbinden den Weg von der Talstation der Bergbahnen bis hinauf zum oberen Segnesboden. Dass der Wanderweg nach über fünf Jahren Planung erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist ein paar Schlüsselpersonen zu verdanken. Wäre nicht Guido Casty in seiner Funktion als Gemeinderat für den Tourismus zuständig gewesen, fehlte der Impulsgeber. Als Wirt in dritter Generation weiss er nur zu gut um die Bedeutung exklusiver touristischer Anziehungskräfte. Was also könnte das Profil einer Gemeinde schärfen, die ihr Sommergeschäft wieder in Gang bringen möchte? Wie lösen sich die Konflikte zwischen waghalsigen Mountainbikern und Musse suchenden Bergwanderern? Und wie lässt sich der in Flims nach wie vor gepflegte diskrete Charme in einem neuen touristischen Konzept erkennen?

Die Landschaft als Kapital
Die Zauberformel lag darin, die bestehenden Gebirgsrouten zu entflechten und den vielfältigen, teils spektakulären Landschaftsraum entlang der Flem zu erschliessen. Was vormals Jägern und Ortskundigen vorbehalten war, sollte nun auch wandernde Gäste und interessierte Ansässigen erbauen. Wertschätzung für die Natur prägt diese Vision von Guido Casty und einigen Mitstreitern, die er alsbald im Gemeinderat und in Flimser Bürgerinnen und Bürgern gefunden hatte, und die Erkenntnis, dass im Landschaftsraum das wahre Kapital von Flims liegt und zukunftsträchtiger Tourismus dies zum Inhalt hat. Postuliert der Architekt Luigi Snozzi seine Liebe zur Stadt mit dem Aphorismus «Jeder bauliche Eingriff bedingt eine Zerstörung: Zerstöre mit Verstand!», so gilt dies doppelt und dreifach für das Bauen in der Landschaft, das Bauen in den Alpen.
Beim Bau des Wasserwegs und seinen sieben Brücken über den Flem, walteten Achtsamkeit und Angemessenheit. Womit der zweite Protagonist ins Blickfeld rückt: Der Ingenieur Jürg Conzett. Anfänglich wollte der gestaltungssinnige Gemeinderat Casty den in Flims ansässigen Valerio Olgiati für die Brücken gewinnen; dieser verwies ihn jedoch auf Jürg Conzett, welcher bei der Architekturbiennale 2011 in Venedig als Aushängeschild schweizerischer Ingenieurskunst sein umfangreiches Oeuvre auf diesem Gebiet ausbreiten konnte. Überzeugungsarbeit für die Bauaufgabe musste beim Planer keine geleistet werden, galt es doch, gemeinsam einen Schatz zu heben.
Bleiben wir bei Snozzi, so kommt noch die Lesart des Ortes ins Spiel. Diese Fähigkeit haben Conzett und sein in Chur ansässiges Büro schon mehrfach unter Beweis gestellt, wie beim Traversina-Steg oder der Punt da Suransuns. «Die Hauptsache ist der Weg, die Brücken sind nur das Tüpfelchen auf dem i», sagt Jürg Conzett bescheiden. Schliesslich sind rund 75 Prozent des Weges neu gelegt und bedurften unzähliger gemeinsamer, aufwendiger Erkundungen und Begehungen.

Inszenierter Weg
Der spektakuläre Naturraum entlang der Flem ist einem gewaltigen Felssturz vor 12000 Jahren geschuldet. So wie der Rhein bahnte sich der Flem seinen Weg durch die Geröllhalden und schwemmte mit der unbändigen Kraft des Schmelzwassers Räume von berückender Schönheit aus dem Fels.
Tastend entlang der Kante, durch tiefe Einschnitte und während der Schneeschmelze von Gischt und Getöse gezeichnete Schluchten führt der Weg auch über sanfte, blumengespickte Wiesen, phonetisch zwischen Fortissimo und Piano oszillierend. Das Alltägliche wird weit hinter sich gelassen, entführt der Weg denn in märchenhafte Abschnitte, besonders wenn man ihn von der Talstation her geht. Die Inszenierung des Weges birgt dramaturgische Qualität, der unruhige zeitgenössische Geist kann sich etliche Höhenmeter und sechzig Minuten lang einstimmen auf die erste Brücke von Jürg Conzett.
Eine einfache Holzkonstruktion ruht auf zwei wohlfeil proportionierten, mit ein paar Stufen versehenen Betonblöcken. Die Wangen aus Föhre, der Steg aus Lärche, die Verbindungen logisch gestaltet, bar jeder Koketterie.
Hebt man den Blick in die Klamm, bleibt er hängen an der gischtumschäumten nächsten Brücke. Dazwischen ein paar in der Schlucht verkeilte Baumstämme, durch das Eigengewicht durchhängend und zerzaust beastet. Vice versa dazu überspannt der zweite Steg in leicht überhöhtem Bogen die achtzehn Meter, welche es hier zu überbrücken gilt.Obenliegende Zugbänder aus Stahl pressen den im Bogen geschlichteten und vermörtelten Valser Gneis zur Form, das filigrane Stahlgeländer tauscht sich aus mit den kahlen, feinen Ästen der umgestürzten Bäume. Rechts und links einer herzförmigen Felsformation ergiesst sich mit unbändiger Kraft der Flem, um lärmend und tosend  unter dem staunenden Wanderer sich hinab zu werfen. Die Synthese aus Architektur, Natur und Technik schwingt im Dreiklang und lässt den Betrachter staunen ob der Schöpfung und des Menschen Fähigkeiten.

An Eleganz kaum zu übertreffen
Es folgen noch drei Holzbrücken ähnlicher Denkart, abgestimmt auf den Ort und den statischen Anforderungen entsprechend verfeinert: Bekommt der Holzkorpus zum einen teleskopartige Streben zur Aussteifung, knickt er zum anderen seine Ausrichtung mitten im Flussbett, um auf den vorhandenen Pfeiler einer eingestürzten Brücke zu reagieren. So schlägt auch der Weg noch ein paar Kapriolen, wechselt die Seiten und die Naturräume und lässt die vielen Höhenmeter stetig und kurzweilig dahinschmelzen. Noch einmal ein Crescendo der Wahrnehmung, wenn der Baukünstler den Gang über eine Reihe von höhlenartigen Auswaschungen mit einer Brücke ermöglicht, die an Feinheit und Eleganz kaum zu übertreffen ist. Das Hinunter und Hinauf im Stegverlauf wird durch die gekröpften Flachstahlprofile und die schmale Planke in Beton zum zeichenhaften Symbol für einen bewussten Übergang. Abschliessend führt der Weg etwas unsicher über einen künstlichen Betonstein elliptischen Zuschnitts, wenig beschürzt durch den einläufigen Holm, und bringt noch eine unerwartete Facette ins Spiel. Auf die Frage nach seiner Lieblingsbrücke, lächelt Jürg Conzett milde, begleitet von einer fast unmerklichen,  verneinenden Kopfbewegung. Eine Lieblingsbrücke habe er keine, denn das Ganze sei schliesslich ein System.

Bilder: Wilfried Dechau ©wilfried-dechau.de

AFO vor Ort – Bauen am Wasser

Besichtigung der neuen Würth-Niederlassung in Rorschach

Do 27. Juni 2013, 17.30 Uhr im Foyer Würth Haus

WuerthNiederlassung

Unverkennbar präsentiert sich der Neubau am Ufer des Bodensees als grünlich gläserne Erscheinung, die zwischen Transparenz und Reflexion changiert und die Besonderheiten des Ortes vielfach wiedergibt. Trotz imposanter Formsprache steht der gläserne Korpus seiner Eleganz in nichts nach und fügt sich als Bindeglied zwischen Wasser und Land harmonisch in den räumlichen Kontext ein: von weitem transparent schimmernd, als spiegle sich das Sonnenlicht an der Wasseroberfläche.

Blicken Sie für einmal hinter die Fassade der neuen Würth-Niederlassung. Wir nehmen Sie mit auf einen exklusiven Rundgang.

17.30 Uhr Willkommenswasser
18 Uhr Begrüssung Urs Neuhauser, Gruppenleitung Jansen AG / Projektpräsentation Matthias Clivio, Gigon Guyer Architekten und Roman Aepli, Aepli Metallbau,
19 Uhr Besichtigung,
20 Uhr Apéro

Anmeldung bis 14. Juni 2013 unter www.jansen.com/bauenamwasser
Teilnehmerzahl beschränkt.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Jansen AG, Oberriet

Ein neues Kulturquartier für St.Gallen

  • GBO 2013 HB Nord SG
  • GBO 2013 HB Nord SG
  • GBO 2013 HB Nord SG
  • GBO 2013 HB Nord SG

Mit Lokremise und neuer Fachhochschule sind im Stadtteil hinter dem St. Galler Hauptbahnhof zwei Schwerpunkte gesetzt. Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes eröffnet die Chance, die Geleise als Spiegelachse statt als trennendes Element zu nutzen.

 

11. Juni 2013 von Gerhard Mack

 

ORT. Es war eine mutige Entscheidung: Als die historische Lokremise hinter dem Hauptbahnhof St.Gallen zur Nutzung frei wurde, entschied Regierungsrätin Kathrin Hilber als Vorsteherin des Departements des Innern, dass der Kanton sie für kulturelle Zwecke erwerben sollte. Zuvor hatte die Galerie Hauser & Wirth den Rundbau ab 1999 gemietet und bis 2004 für Ausstellungen internationaler Künstler genutzt.

In dieser Zeit konnten Besucher erleben, welche Raumqualitäten das zuvor der  Öffentlichkeit nicht zugängliche Gebäude im Innern entfaltet. Es war nicht nur der Groove eines alten, vor sich hin dämmernden Gemäuers, das bis 1911 als ein Pionierbau der Bahninfrastruktur errichtet wurde. Vielmehr bot die 6,5 Meter hohe Halle des grössten erhaltenen Ringdepots der Schweiz einen ungewöhnlichem Zuschnitt und besondere Lichtverhältnisse. Ein Badhaus und ein Wasserturm ergänzten die Lokremise zum Ensemble.

Mehrsparten-Zentrum

Das Projekt des Kantons zur Sanierung dieses Ensembles, das 2008 erfolgreich zur Abstimmung kam, sah vor, den 3000 Quadratmeter grossen Raum für mehrere Nutzungen zugänglich zu machen und nach den jeweiligen Bedürfnissen zu unterteilen. Dabei sollte die originale Atmosphäre der Lokremise soweit erhalten bleiben, wie es die Anforderungen erlaubten. Die architektonische Gestaltung übernahm das Zürcher Büro Isa Stürm & UrsWolff.

Im Zentrum sollte ein Restaurant die Besucher empfangen. Von hier aus konnten diese zum Spielbereich des Stadttheaters, zum Vorführraum des KinoK oder zur Ausstellungsfläche des Kunstmuseums gelangen. Drei zentrale Kulturformen sollten ein attraktives Mehrsparten-Zentrum schaffen, das in die ganze Ostschweiz ausstrahlt. Wie gut das gelungen ist, wissen die jährlich 165000 Besucher der Lokremise.

Stadttor West fehlt

Was das Projekt so zukunftweisend macht, ist aber nicht nur, dass es ein einmaliges Bauwerk für die Zukunft gerettet hat und in sich selbst stimmig ist. Wegweisend ist vielmehr der Impuls, den der Kanton damit für die Entwicklung des Areals auf der Nordseite des St.Galler Hauptbahnhofs gegeben hat. Das Gebiet hat historisch einen schweren Stand: Es ist die Rückseite des Bahnhofplatzes, der mit seinem Ensemble aus den beiden Bahnhöfen und der Post in der Schweiz ein baukünstlerisches Erbe ersten Ranges darstellt. Die Epoche der Stickerei-Zeit, die Schweizer Ausprägung des Jugendstils lassen sich an kaum einem Ort besser erleben als auf diesem Platz. Während hundert Jahre lang den Besuchern diese Visitenkarte der Stadt präsentiert wurde, hat man sich um das, was hinter den Geleisen passierte, nicht wirklich bemüht.

Dort lag ein Hinterhof im doppelten Sinne, wenn man an die Rosenberg- und die St. Leonhardstrasse denkt: Deren Bebauung zeigte zwar den Geist repräsentativer Bürgerlichkeit, sie wirkte aber wenig auf das Gelände zum Bahnhof zurück. Heute ist die Rosenbergstrasse eine Erschliessungsschneise für den Autoverkehr in Ost-West-Richtung. Die Leopard genannte Büroüberbauung zwischen St.Leonhardbrücke und Kreuzung Rosenbergstrasse erfüllt in keiner Weise die Aufgabe eines Stadttors am westlichen Eingang zur Innenstadt.

Konzept entwickeln

Der Ankauf der Lokremise durch den Kanton und ihre kulturelle Nutzung waren ein erster Fingerzeig für ein neues Bewusstsein, das aus diesem Niemandsland einen öffentlichen Ort für die Bürgerinnen und Bürger machen wollte. Hier, mitten in der Stadt, stellte bisher einzig der Hogar Espanol ein gesellschaftliches Angebot zur Verfügung. Dabei ist das Potenzial des Ortes ungleich grösser: Die unmittelbare Anbindung an den Fernverkehr erlaubt es, grosse Personenmengen unkompliziert heranzubringen. Die Nähe der Busse garantiert eine einfache Erschliessung von Stadt und Agglomeration. Genutzt hat diese vorteilhafte Lage erneut der Kanton, als er beschloss, die Bereiche der Fachhochschule hier zu konzentrieren. 3000 Studierende und viele Angestellte kommen täglich hierher und beleben eine bisherige  Schattenzone der Stadt.

Man mag nun einwenden, dass der gut 123 Millionen teure Bau von Giuliani-Hönger Architekten aus Zürich als solcher seine Qualitäten vor allem nach innen entfaltet, während er nach aussen mit dem breiten fünfgeschossigen Leib und einem leicht gedrehten Turm eher abweisend wirkt: Er drängt in die Breite und bietet in die Höhe keine attraktive Fassade, die mit dem Rathausturm auf der anderen Seite des Bahnhofs in einen lebendigen Dialog treten würde.

Gewiss hätte sich durch die Gestaltung des Erdgeschosses mit Shops und weiteren gastronomischen Angeboten die Rosenbergstrasse deutlicher als öffentlicher Raum animieren lassen. Man sollte solche Einwände aber nicht überbewerten.  Entscheidend ist, dass es hier gelungen ist, einen zentrumsnahen Raum für eine öffentliche Nutzung zu retten.

Das derzeit freie Gelände gehört ebenfalls dem Kanton. Er hat es auf zwanzig Jahre den SBB für einen Park & Ride Parkplatz vermietet. Das ist zum heutigen Zeitpunkt vielleicht sinnvoll, es bietet aber auch Raum für weitere Entwicklungen. Voraussetzung dafür ist, dass die öffentliche Hand, der Kanton und die Stadt, ein Konzept für das gesamte Areal entwickeln und die öffentlichen Räume definieren, bevor man die Unterstützung privater Investoren sucht.

Spiegeln statt trennen

Wird dies versäumt, muss man herbe Verluste hinnehmen, wie es bei der Villa Wiesental geschehen ist. Das historisch schuüzenswerte Gebäude an der Kreuzung Rosenbergstrasse und St. Leonhardstrasse wurde dem Zerfall überlassen, bis es nicht mehr zu retten war. Die Parzelle soll nun mit dem Investorenobjekt «Stadtkrone» der Londoner Architekten Caruso St. John überbaut werden.

Nichts gegen privates Engagement bei der baulichen Gestaltung der Stadt! Ohne dieses geht es nicht. Es findet aber erst dann seine sinnvolle Rolle, wenn die öffentliche Planung vorausgeht und Parameter fürs Gemeinwesen setzt.

Dazu wäre es bei der weiteren Überbauung des HB Nord erforderlich, das Areal in einem grösseren Zusammenhang mit dem Bahnhofplatz zu denken. Die Geleise, die üblicherweise als Trennung erfahren werden, könnten zur Spiegelachse werden. Das historische Bauensemble würde seinen Widerhall in einer hochwertigen Architektur auf der anderen Seite finden.

Der Bahnhofplatz erhält durch einen gestalteten öffentlichen Raum auf der anderen Seite ein Pendant, das sowohl Fachhochschüler wie auch Stadt-Besucher mit attraktiven Angeboten zum Verweilen einlädt. Er könnte eine andere City Lounge werden, die zwischen der Lokremise und der Fachhochschule vermittelt. Vielleicht mit weiteren Restaurants und Bars, aber auch mit Geschäften, die ein Publikum anlocken, das nicht mit der Fachhochschule verquickt ist.

HB als Kulturbahnhof

Auf der Bahnhofseite könnte die Unterbringung der Bibliotheken im historischen Postgebäude ein Echo auf die Fachhochschule herstellen. Zwei Wissensinstitutionen
fassen den Bahnhof wie edles Geschmeide eine kostbare Brosche und machen erst noch dem Anreisenden deutlich, wie sehr sich St.Gallen als Wissensstadt versteht. Ein Klein-Harvard zwischen dem Alpstein und dem Bodensee.

Der Bahnhof St.Gallen wäre nicht nur ein Scharnier zwischen Fern- und Ortsverkehr. Er würde vielmehr auch zu einer Art Kulturbahnhof, der die Altstadt und den Stadtpark mit seinen Museen und Spielstätten entlastet. Die Stadt St.Gallen erhielte eine kulturelle Doppelachse, welche dem Siedlungsband von Ost nachWest eine Balance geben könnte.

Bilder: Hanspeter Schiess

Artikelserie

Die Auszeichnung «Gutes Bauen Ostschweiz» geht neue Wege. Statt alle fünf Jahre die besten Bauten mit einem Preis zu küren, sollte die Diskussion um die regionale Baukultur mit einer Artikelserie in der Tagespresse angeregt werden. Dies hatte und hat weitreichende Folgen für die Auswahl der Inhalte. Statt einzelner Objekte werden übergreifende Themen aus den Bereichen Raumplanung, Städtebau, Architektur und Landschaftsplanung gewählt, die in den Artikeln vorgestellt und diskutiert werden. Dieser Wechsel hin zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung führte ebenfalls zu einer neuen Struktur: eine Redaktionskommission trifft sich seither zweimal im Jahr, um die Themen für das nächste Halbjahr auszuwählen und den Publikationsplan festzulegen. In der Kommission kommen Abgesandte der Fachverbände, eine Vertretung der öffentlichen Hand, zwei Fachautoren und die Verantwortlichen des AFO zusammen. Die Kommission vertritt die regionalen Ortsgruppen der Vereine, die sich im AFO zusammengeschlossen haben: Bund Schweizer Architekten (BSA), Bund Schweizer Landschaftsarchitekten (BSLA), Verband freierwerbender Schweizer Architekten (fsai), Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Swiss Engineering (STV) und den Schweizerischer Werkbund (SWB). Die beiden Fachautoren verfassen daraufhin im Wechsel monatlich einen Artikel, der im Ostschweizer Bund des St. Galler Tagblatts und im Liechtensteiner Vaterland erscheint. Die journalistische Freiheit der Autoren bleibt gewahrt: Sie können das Thema entsprechend ihren Recherchen anpassen und ausweiten. Jeweils nach einem Jahr wechseln die Autorinnen und Autoren sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Fachverbände. Die beteiligten Akteure dieser Serie sind im Anhang des Buchs aufgeführt.

In der ersten Periode unter dem neuen Regime, 2011 – 2015, sind 31 Artikel erschienen. Diese Berichte liegen nun zusammengefasst im ersten Band der Reihe Anthologien zur Baukultur vor. In Zukunft wird alle fünf Jahre ein neuer Band mit den Artikeln der vergangenen Periode erscheinen. In ihm sind die Berichte zusammengefasst, für das Buch neu gestaltet und durch die Artikel kommentierende Essays gefasst. Die drei Essays in diesem Band beleuchten die letzten fünf Jahre unter den Stichworten «Zeit – Raum – Kultur». Sie bilden die inhaltliche Klammer und ordnen die in den Artikel diskutierten baulichen Fragen und Aspekte den drei Themenbereichen zu.

 

Aktuelle Kommission

Vertreter BSA: Markus Schmid, Dipl. Architekt FH /SIA /BSA, Oestreich + Schmid GmbH, St. Gallen
Vertreter BSLA: Tilo Preller, Dipl.Ing. Landschaftsarchitektur, atelier tp, Rapperswil
Vertreter SIA: Felix Rutishauser, Architekt FH SIA, Peter Kunz Architektur, Winterthur
Vertreter STV: Marion Spirig, Dipl. Architektin ETH SIA, Itten+Brechtbühl AG, St. Gallen
Vertreter öffentliche Hand: Dünner Markus, dipl. Arch. FH, NDS BWI, Kantonsbaumeister GR
Autor: Christoph Wieser
Autor: Marcel Bächtiger
Moderation seitens AFO: Rico Lauper und Marko Sauer

LandschaftsarchitekTour

Stadtwanderung Rorschach

Sa 8. Juni 2013, 9 Uhr am Bahnhof Rorschach

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Nach den Bündner Herrschaften 2011 und den landschaftlichen Eingriffen vom letzten Jahr steht dieses Jahr die Stadt Rorschach im Fokus der LandschaftsarchitekTour. Auf dem Weg durch die Stadt werden wir uns am Vormittag mit aktuellen raumplanerischen Fragestellungen sowie den Entwicklungstendenzen von Rorschach auseinandersetzen. Am Nachmittag folgen wir den historischen Spuren durch den Warteggpark, von Caspar Blarer von Wartensee bis zur Gegenwart, und erfahren mehr über die zukünftigen Entwicklungen. Im Gegensatz zu anderen Jahren werden wir dieses Jahr mehrheitlich zu Fuss unterwegs sein.

Würth Areal– Umgebungsgestaltung und Kunst, Bauen am See
Seepark – In die Jahre gekommene historische Parkanlage
Project urbain – Gesellschaftliche Integration in Wohngebieten, nationales Pilotprojekt
Freiraumkonzept – Neues Leitbild für die Stadtentwicklung
Projekt Stadtwald –Bauen mit höheren Häusern
Mittagessen
Warteggpark – Historische Entwicklung, Parkentwicklungskonzept, zukünftige Nutzung
Garten Klauser – Hortus conclusus und Ausklang
Rückreise individuell ab Rorschach (ca. 17 Uhr)

Beteiligte Planer: Florian Kessler, Bau- und Stadtentwicklung Rorschach
Matthias Clivio, GigonGuyer Zürich
Martin Klauser, Landschaftsarchitekt Rorschach
Jacqueline Kissling, Architektin/Landschaftsarchitektin Rorschach
Hans Bereuter, Bereuter Architekturbüro AG Rorschach
Claudia Friedl, natume St.Gallen

Treffpunkt: Sa 8. Juni 2013, um 9 Uhr Bahnhof Rorschach am Personenlift Promenadenstrasse «Stadtbalkon»

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Veranstaltungssponsor: Roth Pflanzen

Einladung LandschaftsarchitekTour

Stahl

Henning Ecker, Bauingenieur, Berlin

Preisträger Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2013

Mo 3. Juni 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Tragwerksentwurf im Stahlbau

Stahlbauteile architektonisch anspruchsvoll wie auch ingenieurtechnisch sinnvoll und effizient einzusetzen – dies ist seit über 20 Jahren das Ziel des Ingenieurbüros ifb frohloff staffa kühl ecker aus Berlin. Beginnend bei kleinen Fussgängerbrücken und Dachtragwerken im Sporthallenbau, wurde dieses Thema konsequent bei grösseren Brücken weiterverfolgt.
Anlass dieses Vortrages ist die Verleihung des Ingenieurbaupreises des Deutschen Stahlbaus für die Erweiterung des Museums der Bayerischen Könige in Hohenschwangau, einer tonnenförmigen Gitterschale, welche die Jury als «die vollendete Synthese aus deutender Formsetzung und ingenieuser Formfindung» lobte.
www.ifb-berlin.de

Einladungskarte Juni

Landschaft
Oberfläche – Schnittfläche

Maren Brakebusch, Landschaftsarchitektin
Zürich/London/Berlin

Mo 6. Mai 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Das Arbeitsmaterial des Landschaftsarchitekten ist die Pflanze. Als Entwerfer sorgen wir für die Standortvoraussetzungen, die sie zum Wachsen und Gedeihen benötigt, und machen sie selbst zum Gegenstand unserer Oberflächengestaltung – in ihrer natürlichen oder in artifizieller Form.

Ausgangspunkt für unsere Entwürfe ist der spezifische Ort. Aus seiner Bestimmung, seiner Geschichte und seiner Umgebung leiten sich die Idee der Gestaltung und die Wahl der Materialien ab. Wie Schichten liegen die Einflüsse übereinander und werden von uns freigelegt und sichtbar gemacht.

Unsere besondere Hingabe gilt der Vegetation. In den Pflanzen wird das Lebendige sichtbar, werden Prozesse erfahrbar. Umfassendes Kenntnis botanischer wie geologischer Zusammenhänge und langjährige Entwurfserfahrung erlauben uns, unsere Gedanken aus Analyse und Entwurf in gebaute Realität umzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit externen Fachleuten können wir so auch ungewöhnliche Ideen verwirklichen.
www.vogt-la.com

Veranstaltungssponsor: Roth Pflanzen

Einladung Mai

Hauptversammlung

2013

Fr 26. April 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Traktanden

1. Begrüssung
2. Protokoll HV 2012
3. Jahresbericht
4. Jahresrechnung
5. Budget und Mitgliederbeiträge 2013
6. Revisorenbericht
7. Wahl des Vorstandes
8. Orientierung Präsidium
9. Wahl der Revisoren
10. Allgemeine Umfrage

Forums-Fest

Im Anschluss an die Hauptversammlung um ca. 20.30 Uhr findet das Forums-Fest statt. Alle Mitglieder mit Begleitung sind herzlich eingeladen.
Essen Bella Italia, Getränke Delinat

Gesucht

Das Architektur Forum Ostschweiz sucht einen Kassierer oder Kassiererin für die Vereinsbuchhaltung. Meldungen bitte an Hans Ruedi Stutz,
T 071 371 24 11 oder stutz@nulla-f-o.ch

Materialwahl

Anhand der typischen Produktions- und Handelsmaterialien unserer Hauptund Raumsponsoren werden Sie mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl Ihre Materialwahl treffen. Verschiedenes unserer Sponsoren, Designermöbel und anderes mehr, werden verschenkt, z.B. Sessel B&B Italia, Co- Sponsoring von Domus AG und B&B Italia

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Einladung Hauptversammlung

Veranstaltunssponsor: Natursteine Bosshart

SWB@AFO – Der steinige Weg

Spaziergang zum Bärlocher Steinbruch
mit Urs Fritz, Bildhauer

Mo 22. April 2013, 17.20 Uhr am Bahnhof Rorschach SBB

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Der Schweizer Werkbund lädt zu einem gemeinsamen Spaziergang ein. Im Mittelpunkt steht der Steinbruch oberhalb von Staad, den Hansjakob Bärlocher betreibt. Er führt durch
den Betrieb und zeigt, wo und wie der bekannte Sandstein abgebaut wird. Im Anschluss Apéro im Schauraum von Beat Consoni und gemeinsamer Abstieg nach Staad.

Treffpunkt: 17.20 Uhr am Bahnhof Rorschach SBB
Bekleidung und Schuhwerk entsprechend der Witterung

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Einladung April

Naturstein – Aus dem Berg heraus gebaut: Unterwerk Albanatscha am Julierpass

Hans Jörg Ruch, Architekt, St. Moritz

Mo 8. April 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Die architektonische Idee gründet auf der Thematisierung des Flusses und der Kraft der Energie. Die Abspannkonstruktion zeigt, wo die Energie in den Boden fliesst und wie sie diesen anhebt. Durch die Ummantelung des oberirdischen Teils der Baumasse mit Bruchstein aus dem Aushub (z.T. Sprengfels) und durch das Weiterziehen der seitlichen Mauern bis zum Verschwinden im Terrain entzieht sich der Bau dem Vergleich mit einem gewöhnlichen Haus und wirkt eher als Geländeverstärkung. Die zentrale, direkt ab der Julierstrasse durch ein grosses monolithisches Tor aus rohem Messing erschlossene, riesige Montagehalle dient als betriebliche Drehscheibe der Anlage.
www.ruch-arch.ch

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Veranstaltungssponsor:  Natursteine Bosshart

Innenentwicklung

Verdichtung als Herausforderung

Drei Themenabende initiiert vom Stadtplanungsamt St. Gallen
Mo 18./ 25. März und 29. April 2013 um 19.30 Uhr im Forum

Verdichtung St. Gallen

Grundlagen und Strategien der Innenentwicklung

Eine Einführung
Mo 18 .März 2013, 19.30 Uhr im Forum
Begrüssung: Patrizia Adam, Stadträtin, Direktorin Bau und Planung, Stadt St.Gallen

Was heisst städtische Dichte für die Schweiz
Thomas K. Keller, Architekt, St.Gallen

Potenziale für eine Siedlungsentwicklung nach Innen, Raum+
Bernd Scholl, Professor für Raumentwicklung, ETH Zürich, Innenentwicklung in der Stadt St.Gallen,

Analysen und Strategien
Helen Bisang, Leiterin Stadtplanungsamt St.Gallen

Dichte Heimat
Hans-Georg Bächtold, Geschäftsführer des SIA, Zürich

Städtebauliche Tools und Herangehensweisen

Podiumsdiskussion
Mo 25. März 2013, 19.30 Uhr  im Forum
Moderation: Ueli Strauss-Gallmann, Kantonsplaner St.Gallen

Dichtebox, Werkzeugkasten Innenentwicklung
Beat Suter, Geschäftsleiter Metron Raumentwicklung AG

Smart Density – verdichtetes Bauen mit Holz
Ulrike Sturm, Leiterin Fokus Living Context, CC Typologie & Planung in Architektur, Hochschule Luzern

Metrozone als urbaner Möglichkeitsraum
Michael Koch, Professor für Städtebau und Quartierplanung HCU Hamburg, yellow z Zürich

Grenzen der Innenentwicklung

Kulturelle, wirtschaftliche und soziale Aspekte
Fr 29. April 2103, 19.30 Uhr im Forum
Reflexionsreferat und Fragerunde:
Thomas Hasler, Architekt, Frauenfeld/ Lehrstuhl Hochbau TU Wien

Hochhäuser kontra Kirchtürme – die Sicht der Denkmalpflege zur Verdichtungsdebatte
Niklaus Ledergerber, Denkmalpfleger Stadt St.Gallen

Arbeitsort – Wohnort – Begegnungsort –Nachhaltige Arealentwicklung am Beispiel von Greencity Zürich
Jürgen Friedrichs, Leiter Immobilienentwicklung Zürich, Losinger Marazzi AG

Städtische Dichte und urbane Qualität
Christian Schmid, Soziologie, Department Architektur, ETH Zürich

www.stadt.sg.ch

Einladung Verdichtung

Architektur im Film – Xmas Meier

Einführung Sylvia Claus, Leiterin des MAS ETH gta / Kuratorin, Zürich

Di 12. März 2013 20.00 Uhr
Weitere Vorführungen: So 17. März 13.30 Uhr, Mi 27. März 17.30 Uhr

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Regie: Ila Bêka & Louise Lemoine, F 2011, 52 min, I/e.
Der Film Xmas Meier untersucht die Auswirkung zeitgenössischer Architektur auf den Alltag von Menschen und beschreibt, wie eine neue Kirche, 2003 von Richard Meier geplant, das Leben der Bewohner des römischen Tor Tre Teste Viertels verändert hat, indem es dieses aus seiner Anonymität in den internationalen Fokus rückte. Bewohner der Gegend, die während der Weihnachtszeit gefilmt wurden, sprechen darüber, wie das neue architektonische Wahrzeichen ihr Leben verändert hat. Ein vielschichtiges und gegensätzliches Portrait über die neue Identität des Stadtviertels.

www.living-architectures.com
Trailer ansehen
mehr zu Sylvia Claus

Eintritt 15.–/Mitglieder AFO 10.–
Reservation 071 245 80 72, www.kinok.ch
Veranstaltungssponsoren: Domus, Fluora, B&B Italia

Einladungskarte März

Kunst im Forum – Wash Away Dirt The Elucidation

Michael Bodenmann & Barbara Signer

Vernissage Do 7. März 2013, 18.30 Uhr im Forum
Ausstellung 8. bis 31. März, Di – So 14 bis 17 Uhr

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In ihrer ersten kollaborativen Einzelausstellung präsentieren Michael Bodenmann und Barbara Signer eine Sammlung persönlicher und imaginierter Souvenirs zwischen Alltag und Exotik. Fotografie, Grafik, Objet trouvé und Installation treten in Dialog und schaffen ein Spannungsverhältnis zwischen vergangener und potenzieller Erfahrung.

Einladungskarte März

Beton – Architekturen

Raphael Zuber, Architekt, Chur

Mo 4. März 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Prinzipiell habe ich keine Vorliebe für ein bestimmtes Material. Was mir am Material Beton besonders gefällt ist die Tatsache, dass Beton gegossen wird. Ein Ding aus Beton ist immer ein Ding, ohne Verbindungen zwischen Einzelteilen. Ausserdem ist Beton in Kombination mit Stahl als Armierung sowohl auf Druck wie auch auf Zug in alle Richtungen beanspruchbar. Diese beiden Qualitäten machen Beton in der Architektur zu einem Material mit fast uneingeschränkten Möglichkeiten.

Raphael Zuber studierte bis 2001 Architektur an der ETH Zürich. 2003 eröffnet er sein eigenes Büro in Chur. Sein erstes Gebäude ist das Schulhaus Grono, welches im Sommer 2011 fertiggestellt wurde. Unter seinen wichtigsten Projekten sind das Ethnographische Museum Neuchâtel, das Bürogebäude in Monte Carasso und die Abdankungshalle in Steinhausen. Seine Artikel und Projekte sind in verschiedenen Zeitschriften publiziert, unter anderen in Abitare, archithese und The Architectural Review. Raphael Zuber lehrte an der Accademia di Architettura di Mendrisio, der Berner Fachhochschule, der Cornell University, Ithaca, New York und an der ETH Zürich.
www.raphaelzuber.com

Einladungskarte März

Kunst im Forum:Toys and Shapes

Rik Beemsterboer

Vernissage Do 23. Mai 2013, 18.30 Uhr im Forum
Ausstellung 24. Mai bis 16. Juni, Di – So 14 bis 17 Uhr

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Rik Beemsterboer befreit die Malerei von der Leinwand und gibt ihr eine eigenständige Silhouette. In seiner Einzelausstellung zeigt der St. Galler Künstler auf Holz übertragende Bilder von Luxus- und Alltagsgegenständen und hinterfragt damit Form, Wert und Funktion. Gleichzeitig lotet er die Grenze zwischen Objekt und Gemälde aus.
www.beemsterboer.ch

Das AFO im Zeughaus Teufen
Bärenwaldhaus in Bern

Patrick Thurston
Preisträger des Prix Lignum

Mo 18. Februar 2013, 19.30 Uhr im Zeughaus Teufen

  • Bärenhaus
  • Bärenhaus
  • Bärenhaus
  • Bärenhaus

Nicht immer erblickt einen Bären, wer das neu erstellte Bärenwaldhaus im Tierpark Dählhölzli besucht. Der Gang durch die verwinkelten Räume hindurch lohnt sich dennoch in jedem Fall. Der Architekt Patrick Thurston hat ein Haus geschaffen, das weit mehr als ein Dach über dem Kopf bieten. Stein und Holz bilden Räume, die ihre Besucher auf die urtümliche Kraft der Bären hinter der Glasscheibe einstimmen.
Seinen archaischen Charakter bezieht das Haus aus einer überraschenden Konstruktion: Dicke Trockenmauern aus Naturstein und Wände aus massiven Holzblöcken tragen ein hohes Holzdach in Strickbau. Durchlaufende Holzbinder in beiden Richtungen stabilisieren die Wände und bilden ein schönes, konstruktiv begründetes Ornament auf der Oberfläche. Das Haus ist unbeheizt. Jenseits aller bauphysikalischer Normen bieten die Räume eine Behaglichkeit, die sich mit allen Sinnen erfahren lässt: Die dicken Wände schützen vor Wind und Kälte, das naturbelassene Holz verströmt einen angenehmen Geruch. Im rohen Holz in der Wand sitzend, fühlt man sich geborgen, die Oberflächen laden zu Berührung ein. Schritte und Stimmen verfangen sich im hohen Strickbau des Dachs. Holz und Stein schaffen im Bärenwaldhaus eine einmalige Stimmung.
Das Zusammenspiel der beiden Materialien ist aber auch technisch wegweisend: Es zeigt Wege der Holzverwendung jenseits der Konventionen auf: roh statt veredelt, massiv statt stabförmig, stehend statt liegend belastet. Ein archaischer Mischbau – man darf gespannt sein, was dieser Impuls anderswo auslöst.

Text aus der Würdigung der Jury Prix Lignum

www.thurston.ch
www.zeughausteufen.ch

Architektur im Film:
Pomerol, Herzog & de Meuron

Einführung durch Denis Duhme,
Weinakademiker, Winzer und Autor, Kassel/ Köln

Di 12. Februar 2013, 20.00 Uhr im Kinok

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  • Pomerol1

Der Film Pomerol, Herzog & de Meuron zeigt uns die Feststimmung unter den Weinlesern während der Mahlzeiten im Speisesaal von Herzog & de Meurons Pomerol.  Das Gebäude wurde für das renommierte Jean-Pierre Moueix Weingut entwickelt. Um die Besonderheiten und Merkmale des Gebäudes bewundern zu können, zeigt der Dokumentarfilm die entscheidende Phase eines Jahreszyklus – die Erntezeit. Er bietet einen ungewöhnlichen Besuch des H&dM Projektes unter Betrachtung der täglichen Aktivitäten der Weinleser in Verbindung mit ihren Mahlzeiten und Feierlichkeiten nach langen Arbeitstagen und harter Arbeit.

www.living-architectures.com
Trailer ansehen
mehr zu Denis Duhme

Weitere Vorführungen: Sa 16. Feb 15.30 Uhr, Di 19. Feb 17.30 Uhr
Eintritt 15.–/Mitglieder AFO 10.–
Reservation 071 245 80 72 , www.kinok.ch
Veranstaltungssponsoren: Domus, Fluora, B&B Italia

Einladungskarte Februar

Mauerwerk – More Brickwork

Jonathan Sergison, Architekt, London/Zürich

Mo 4. Februar 2013, 19.30 Uhr im Forum

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Brick has had a particular significance in our work since we started in practice. As the dominant building material in many of the places we work, it represents a conscious attempt to engage with the existing character of place. It also feeds into a broader discourse and conceptual framework about tolerance in architecture. And we enjoy brickwork for its unique characteristics and properties: how it is produced, the construction possibilities it allows, and the manner in which it weathers. This lecture will make the case for updating attitudes to brickwork by illustrating recent projects built from this material.

Neues zum Mauerwerk

Von Beginn an hatte der Backstein eine herausragende Bedeutung in unserer Arbeit. Dieses Baumaterial dominiert häufig die Umgebung, in der wir arbeiten und drückt unser Bestreben aus, auf das Wesen des Ortes einzugehen. Es rückt unsere Bauten auch in einen breiteren Diskurs, bei dem es um Massabweichungen in der Architektur geht. Wir schätzen das Backsteinmauerwerk wegen seiner einzigartigen Eigenschaften: Wie es hergestellt wird, wie es verbaut werden kann und die Art, wie es verwittert. Anhand kürzlich erstellter Backsteingebäude veranschaulicht der Vortrag, wie sich unsere Haltung gegenüber diesem Baumaterial entwickelt hat.
www.sergisonbates.co.uk

Kurzvortrag Roman Berger:  ROBmade von Keller AG Ziegeleien

Roman Berger leitet den Bereich Vorfabrikation bei den Keller AG Ziegeleien. Zum Auftakt präsentiert er einen Blick in die digitale Fertigung von Fassadenelementen aus Bausteinen.

Das Label heisst ROBmade und der Name ist Programm: Roboter mauern Wände, die als digitaler Entwurf aus dem Computer kommen. Die digitale Fabrikation ermöglicht Bauelemente, die auf traditionellem Wege nicht zu erstellen wären.
Das neue Wandsystem ist aus verschiedenen Forschungsprojekten entstanden, welche die Keller AG Ziegeleien zusammen mit Gramazio & Kohler, Architektur und Digitale Fabrikation, ETH Zürich von 2008 bis 2012 durchführten. Die Partner verbindet jahrzehntelange Erfahrung im Systembau, der Vorfabrikation von Mauerwerk und dem Einsatz innovativer Technik im Bereich digitaler Gestaltungs- und Fabrikationsprozesse. Dank modernster Klebetechnik ist es möglich, Wandelemente mit frei wählbaren Motiven herzustellen. Ausgehend von klassischen Techniken wird durch das Öffnen der Stossfugen und Verdrehen der einzelnen Bausteine ein völlig neues Wandbild erzeugt.
Mehr unter www.robmade.ch

Veranstaltunsgssponsor: www.keller-systeme.ch

Einladungskarte Februar

Liechtenstein Kongress 2013

Gipfel der nachhaltigen Raumentwicklung

Do 6. und Fr 7. Juni 2013 im Auditorium Universität Liechtenstein

Immobilien und Infrastruktur für morgen
Architektur und Raumentwicklung: die nächsten 50 Jahre – und weiter

Wir widmen uns der Zukunft von Architektur und Siedlung; der Zukunft unseres Landes und seiner Region. Nicht einer weit entfernten Zukunft gilt dieser Kongress, sondern heutigen Impulsen, die noch in fünfzig, hunderten von Jahren relevant sein werden. Klimastabile Architektur und Raumplanung, Städtebau und Regionalentwicklung, sowie bessere und erneuerbare Ressourcennutzung, Artenvielfalt und höhere, ökologisch hochwertige Produktivität sind der Fokus des ersten Tages. Resultate und Ausblicke des Zurich Klimapreises schaffen einen Höhepunkt von praktischen Beispielen.

Am zweiten Tag ist der Fokus auf Zukunftsinfrastruktur gerichtet: auf Forschungen in autarken Energiesystemen für die Region, auf Speichermethoden der Zukunft, sowie Diskussionen um Wertschöpfungschancen, die aus einem nachhaltigen Umgang mit Land, Gemeinden und Region entstehen könnten.

Der Nachhaltige Raumentwicklungsgipfel ist Teil der erfolgreichen Liechtenstein-Kongress Serie, die seit 2008 an der Universität Liechtenstein stattfindet. Dieses Ereignis mit hochkarätigen Experten aus der Region und weltweit ist der kurz- und langfristigen Zukunft der Architektur und Raumentwicklung sowie der Zukunft der Immobilien- und Infrastruktur gewidmet, aus lokaler, regionaler und internationaler Sicht, um 50 Jahre Bauausbildung im Land zu ehren. Am 06. Juni werden zudem die Gewinner des Zurich Klimapreises vorgestellt und die Ausschreibung für den Zurich Klimapreis 2013/2014 angekündigt.

Anmeldung ist erforderlich.
per email: kirsten.steinhofer@nulluni.li, Telefon +423 265 1132
Teilnahme ist kostenlos. Kleiner Verpflegungsbeitrag für Ganztagsteilnehmer am 6. Juni

www.uni.li/li-congress

Architektur im Film:
Inside Piano – B&B Italia und IRCAM

Einführung Hannes Dubach
Zentrum Paul Klee, Bern

Di 15. Januar 2013, 20.00 Uhr im Kinok

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B&B ITALIA

Regie: Ila Bêka & Louise Lemoine, F 2010, 45 min, F/e.
Der Film lässt uns alle Facetten dieses wenig bekannten Gebäudes entdecken, welches eigentlich das Experimentierfeld war, an dem Renzo Piano viele Elemente entwickelte, die er ein Jahr später für das berühmte Centre Pompidou in Paris verwendete. Die Dokumentation zeigt die täglichen Arbeiten einer Reihe von Mitarbeitern der Firma B&B Italia und bietet so einen architektonischen Besuch vom Keller bis auf das Dach.

IRCAM

Regie: Ila Bêka & Louise Lemoine, F 2010, 62 min, F/e.
IRCAM ist die Abkürzung für Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique, das berühmte, von Pierre Boulez gegründete Forschungsinstitut für Akustik und Musik, das 1977 in Paris eröffnet wurde. Es befindet sich im Centre Pompidou und wurde von Renzo Piano und Richard Rogers gebaut. Ursprünglich gänzlich unterirdisch unter der Place Igor Stravinski angelegt, wurde es 1990 durch einen Turm von Renzo Piano und 1996 durch zwei weitere Gebäude ergänzt. Ila Bêka und Louise Lemoine tauchen in den Pariser Untergrund ein und porträtieren ein U-Boot der besonderen Art.

www.living-architectures.com
Trailer ansehen

Weitere Vorführungen: So 20. Jan 11 Uhr, Fr 25. Jan  17 Uhr
Eintritt 15.–/Mitglieder AFO 10.–
Veranstaltungssponsoren: Domus, Fluora, B&B Italia

Reservation empfohlen: T 071 245 80 72,   www.kinok.ch

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Einladunsgkarte Januar

Das Architektur Forum macht Sommerpause

Ende August geht es weiter mit unserem Programm.

Material

Architektur ist eine Reise der Gedanken. Diese kann an den unterschiedlichsten Punkten beginnen: analoge Architektur, Neoklassizismus und parametric design können ebenso einen Einfluss auf ein Gebäude haben wie Soziologie, Kunst und Marketing.

Egal aus welcher Richtung ein Konzept sich auch nähert – es landet auf der Baustelle. Und das Material erweist sich als Wetzstein für die Gedanken. Einige stumpfen dabei ab. Andere spitzen sich in der Auseinandersetzung mit Material und Konstruktion noch zu, werden scharf und schneidend wie ein Messer. Wo gehen Konzept und Material eine Einheit ein?

Wo befruchten sie sich gegenseitig und schwingen sich im gegenseitigen Ringen zu Höchstleistungen auf? Wir gehen Bauten nach, in denen sie harmonisch ein Ganzes bilden und anderen Beispielen, wo diese aufeinander stossen und sich ineinander verkrallen. An jedem Abend zu einem anderen Material.