Architektur Forum Ostschweiz

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AFO vor Ort – Naturkundemuseum St. Gallen

Baustellenbesichtigung Führung durch Armon Semadeni

Mo 18. April 2016, 17 Uhr vor Ort

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Anmeldung bis Fr 8. April 2016 unter Naturmuseum@nulla-f-o.ch mit  Personenanzahl, Namen, AFO-Mitgliedschaft, Teilnehmerzahl beschränkt

Städtebau und Architektur

Das neue Gebäude des Naturmuseums St.Gallen entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den öffentlichen Bauten und Anlagen der Kirche St. Maria Neudorf und des Botanischen Gartens am östlichen Rande der St.Galler Kernstadt. Im Dialog mit der imposanten städtebaulichen Präsenz der Kirche St. Maria und dem funktionalen Ausdruck der Treibhäuser des Botanischen Gartens, positioniert sich das Neue Naturmuseum als Gebäude mit repräsentativem Charakter und einem modernen, funktionalen Ausdruck zugleich:
Durch die markante Silhouette und die steinerne Materialisierung erhält die öffentliche Institution Naturmuseum gegenüber der städtebaulich wichtigen Rorschacherstrasse ein repräsentatives Gesicht. Gleichzeitig ordnet sich das Gebäude der Höhenentwicklung der Kirche St.Maria Neudorf unter und verweist mit seiner nach aussen sichtbaren Dachstruktur auf die funktionale, zurückhaltende Sprache der Gebäude des Botanischen Gartens.

Es entsteht so im Gebiet Neudorf ein neues städtebauliches Ensemble öffentlicher Bauten und Anlagen, welches sich über typologische Analogien, gemeinsame Bezüge in der Materialisierung und die zusammenhängenden Aussenräume verbindet und das heterogene städtebauliche Umfeld aus Infrastruktur- und Wohnbauten dabei selbstverständlich integriert.
Das dreigeschossige Museumsgebäude besetzt die zur Verfügung stehende Bauparzelle fast vollständig. Es entsteht dadurch zwischen der Kirche St.Maria Neudorf und dem Museum ein räumlich gefasster, sanft geneigter Ausstellungsraum unter freiem Himmel, der auch Teil der Wegführung vom Museum zum Botanischen Garten werden wird. Der neue Baukörper verzahnt sich mit dem angrenzenden Aussenraum und seiner Umgebung über vier präzis formulierte Einschnitte und Vorsprünge, die die lokal vorgefundenen Gegebenheiten stärken und die neu zugeordneten Funktionen – wie beispielsweise den Aussenraum des Museumscafés, einen repräsentativen Vorplatz zum Haupteingang und eine diskrete Anlieferung – aufnehmen.

Die öffentlich zugänglichen Museumsräumlichkeiten bestehen aus einer offenen Raumfolge, deren Auftakt die Verbindung der beiden Museumseingänge vom Entrée auf der Strassenseite mit dem Foyer auf der Gartenseite bildet. Der Ausstellungsbesucher folgt dem Museumsrundgang über zwei, um ein halbes Geschoss versetzte Ebenen in den Reliefraum und erhält über vereinzelt gesetzte Öffnungen wiederholt Bezüge zur Umgebung. Der Reliefraum erinnert durch seine eindrückliche Höhe und räumliche Präsenz in Verbindung mit der darüber liegenden Galerie an Ausstellungsräume klassischer Museumsgebäude des 19. Jahrhunderts. Er ist das Herz- und Verbindungsstück der beiden Ausstellungsgeschosse und bietet auch attraktive Möglichkeiten zur Installation und Präsentation grösserer Exponate. Das zweite Ausstellungsgeschoss bietet einen grossen, stützenfreien Oberlichtsaal für eine langfristig flexible und abwechslungsreiche Ausstellungsgestaltung. Intime Rückzugsorte und museums-pädagogische Räumlichkeiten wie beispielsweise die Media- und Bibliothek und das Jugendlabor schaffen eine angenehme, private Atmosphäre und bieten dadurch die Möglichkeit zur individuellen Informationsbeschaffung.