Architektur Forum Ostschweiz

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Vor Ort – Krematorium St. Gallen

Besichtigung und Führung durch Büro Andy Senn, St. Gallen

Mo 20. Juni 2016, 12 – 13.30 Uhr Friedhof Feldli, St. Gallen

Krematorium St Gallen Andy Senn

Neubau Krematorium St. Gallen

Situation, Ausgangslage
Das Grundstück liegt nordwestlich der bestehenden Anlage. Die Topographie mit ihren teilweise steilen Böschungen prägt das Grundstück stark. Es wird auf drei Seiten von der Hätterenstrasse eingefasst und im Osten durch eine friedhofsinterne Strasse begrenzt. Das Baufeld liegt auf einem Plateau zwischen der bestehenden Urnenhalle im Norden und der Hätterenstrasse im Süden. Der Neubau fügt sich entlang dem Verlauf der nördlichen Böschungskante in das Gelände ein und wird dadurch leicht aus der Geometrie der bestehenden Urnenanlage gedreht. Als Rückgrat des Bauvolumens führt der offene Kolonnadengang zum Eingang und verbindet  die Zugangsstrasse mit dem Friedhof. Im Wechsel von Tageslicht und Schatten markiert er symbolisch den Übergang vom Aussen zum Innen. Im angrenzenden Volumen wird das Raumprogramm auf L-förmigem Grundriss organisiert. Zusammen mit der Kolonnade umschliesst es einen Innenhof.

Architektur, Konzept
Über diesen offenen Kolonnadengang wird der Trauernde geschützt zum Eingang geleitet. Zwischen den Säulen öffnet sich der Raum jeweils zur Landschaft und bieten die Möglichkeit den Blick schweifen zu lassen, sich zu sammeln und langsam und in Ruhe anzukommen. Die Wandscheibe aus Lochmauerwerk lenkt den Blick und die Bewegung Richtung Eingang. In der klaren Begrenzung des hellen Empfangsraumes wirkt die Natur des begrünten Innenhofs durch die dünne Trennlinie der raumhohen Fenster sehr präsent nach. Diese Thematik des Übergangs und der Trennung wird nun durch den Wechsel von Innen und Aussen, geschlossen und offen, Tageslicht und Schatten in den für die Besucher zugänglichen Räumen, ihrer jeweiligen Bedeutung entsprechend weitergeführt. Die Aufbahrungsräume bleiben rundum geschlossen und erhalten nur durch das Oberlicht ein Streiflicht auf die Wandfläche. Der Andachts- und der Kultraum sind an der Ostseite zum Friedhof hin orientiert. Durch die thermische Trennung der raumhohen Fensterfront, filtert das vorgelagerte Lochmauerwerk den Lichteinfall und die Ausblicke. So entsteht im Innern durch die Motive der Lichtzeichnungen die erforderliche sakrale Stimmung jenseits einer vorgefassten Ikonographie. Es ist ein Raum, der die verschiedenen Religionen vereint.

Materialkonzept
Die skulpturale Gebäudeform tritt im Grünraum der Friedhofsanlage mit einer Haut aus dunkelbraunen Klinkersteinen in Erscheinung. Die Wände sind im flämischen Verband gemauert und partiell als Lochmauerwerk ausgebildet. In der Kombination von Perforation, Ornament  und Textur entsteht eine Ziegeloberfläche mit interessanten Licht- und Schattenspielen. Im Innenraum wird dasselbe Sichtmauerwerk in den öffentlich zugänglichen Räumen verwendet. So bilden die umgrenzenden Mauern einen einheitlichen, monolithischen Raum mit einer fassbaren und ablesbaren Oberfläche. (Zusammen mit den Naturbelassenen Materialien des Terrazzobelages, der Lehmverputzten Decke und der Holzfenster wirkt der Raum als ein Ort der Ruhe und Geborgenheit.)

Anmeldungen bis Fr 10. Juni 2016 unter Krematorium@nulla-f-o.ch

Name/ Büro Anzahl Mitglieder ggfs. Nichtmitglieder

Teilnehmerzahl beschränkt
Eintritt 10.– / Mitglieder gratis

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