Architektur Forum Ostschweiz

Geschichte

Seit 1990 kennt das Architektur Forum Ostschweiz (AFO) die Auszeichnung «Gutes Bauen Ostschweiz». Die alle fünf Jahre mit Hilfe einer hochkarätigen Fachjury vergebene Auszeichnung würdigt Bauherren, deren Gebäude zu den besten Neubauprojekten der Region zählen. Damit war das AFO eines der ersten Foren in der Schweiz mit einem eigenen «Bauherrenpreis». In der ersten Broschüre über den Zeitraum von 1991–1995 wurde als Ziel der Prämierung «die öffentliche Auseinandersetzung mit unserer gebauten Umwelt und die Schaffung eines anhaltenden Qualitätsbewusstseins in der Bevölkerung» genannt. Insgesamt sind bis heute vier Publikationen erschienen, viermal wurden die Auszeichnungen vergeben.

Von Beginn an stiess sie mit rund 300 Eingaben auf grosses Interesse und war besonders bei den Architektinnen und Architekten sehr beliebt. Über die Jahre steigerte sich auch der Ehrgeiz des AFO: Die Beurteilung der Bauten wurde von Mal zu Mal umfassender und professioneller durchgeführt. Die Auszeichnung 2006–2010 zeigt ein Feuerwerk an Projekten aus den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, beider Appenzell, Glarus, Graubünden und aus dem Fürstentum Liechtenstein. Die Bevölkerung wurde angesprochen mit einer Beilage in der Tagespresse und einer App, die die ausgezeichneten Gebäude dokumentierte. Die Auszeichnung war etabliert und in Fachkreisen sehr geschätzt.

Und dennoch beschloss das AFO 2011, die Auszeichnung Gutes Bauen Ostschweiz tiefgreifend umzubauen. Der Grund dafür war die eingeschränkte Ausstrahlung des Preises. Die Auszeichnung hinterliess keine nachhaltige Wirkung auf die Qualität des Gebauten und die Diskussion darüber fand in der Öffentlichkeit so gut wie nicht statt. Zwar flackerte alle fünf Jahre ein Strohfeuer auf, in dessen hellen Schein aufblitzte, was in der Periode gebaut wurde. Doch zwischen den Veranstaltungen blieb es weitgehend still um die Baukultur in der Ostschweiz – in der Tagespresse war das Bauen kaum ein Thema – es sei denn, eine Baustelle sorgte mit Kostenüberschreitungen oder einem politischen Gerangel für Schlagzeilen. Doch das Bauen selbst wurde nicht als kulturelle Leistung diskutiert.